„Maison Courage“ in Berlin-Pankow vor dem Aus

Aus diesem ehrenwerten Haus sollen alle raus

Besitzer will luxussanieren und verkaufen

NORBERT KOCH-KLAUCKE
Lesezeit 3 Min
Das Eckhaus an der Kollwitzstraße.

Das Eckhaus an der Kollwitzstraße.

© Lebie Lizenz

Das „Courage“ von Marina Martin

Das „Courage“ von Marina Martin

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Blick in den Hof. Das Haus muss erneuert werden. Doch von „hochwertiger Komplettsanierung“ ist die Rede.

Blick in den Hof. Das Haus muss erneuert werden. Doch von „hochwertiger Komplettsanierung“ ist die Rede.

© Lebie Lizenz

Der Hausbesitzer macht Druck gegen Bewohner. Wegen solchen Zetteln an der Tür hagelte es Abmahnungen.

Der Hausbesitzer macht Druck gegen Bewohner. Wegen solchen Zetteln an der Tür hagelte es Abmahnungen.

© Lebie Lizenz

Luxussanierungen und das Umwandeln von Miet- in Eigentumswohnungen – Pankow war der erste Berliner Bezirk, der das seit Jahren mit Verordnungen verhindern will. Doch immer wieder versuchen Hausbesitzer, die Vorschriften zu unterlaufen.
So wie jetzt im Kollwitz-Kiez. Dort ist das „Courage“, wo sich Anwohner und Touris wohlfühlen. Seit 15 Jahren betreibt Marina Martin (56) das Lokal, verschönerte es liebevoll mit Altberliner Kneipen-Mobiliar. „Das Restaurant lebt von Geschichte“, sagt sie. „1876 gab es hier die ,Altberliner Bierstube’. Zu DDR-Zeiten war es über die Stadtgrenzen bekannt, Abendtreff der Schwulenszene.“

Doch nun droht das Ende. Denn das Lokal steht auf einmal im Internet für 595.000 Euro zum Verkauf. „Informiert hat uns darüber keiner“, sagt Marina Martin wütend. Und nicht nur das Restaurant und das benachbarte „Chagall“ stehen auf der Liste. Auch die Wohnungen im Eckhaus, das 1875 erbaut wurde und unter Denkmalschutz steht. Als „hochwertige Eigentumswohnungen“ werden sie in einem Exposé angepriesen. Ein Penthouse auf dem Dach ist geplant. „Wir haben Angst, dass wir alle raus müssen“, sagt Marina Martin.

Das Eckhaus an der Kollwitzstraße.

Das Eckhaus an der Kollwitzstraße.

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Das „Courage“ von Marina Martin

Das „Courage“ von Marina Martin

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Blick in den Hof. Das Haus muss erneuert werden. Doch von „hochwertiger Komplettsanierung“ ist die Rede.

Blick in den Hof. Das Haus muss erneuert werden. Doch von „hochwertiger Komplettsanierung“ ist die Rede.

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Der Hausbesitzer macht Druck gegen Bewohner. Wegen solchen Zetteln an der Tür hagelte es Abmahnungen.

Der Hausbesitzer macht Druck gegen Bewohner. Wegen solchen Zetteln an der Tür hagelte es Abmahnungen.

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Die acht Mieter (von einst 16) bekamen die Schikanen des Besitzers schon zu spüren. Weil Bewohner Schilder wie „Hier wohnen nette Menschen“ oder Kinderzeichnungen an Wohnungstüren anbrachten, hagelte es Abmahnungen. Mit Kündigungen wurde gedroht, wenn die Zettel nicht entfernt werden. In den leeren Wohnungen feierten Jugendliche Partys, obwohl die Haustüren stets für Fremde verschlossen sind.

„Wir haben nichts gegen eine Rekonstruktion des denkmalgeschützten Hauses, wollen auch hier wohnen bleiben“, sagt Mieter Thomas Wolf (47).

„Eine Frechheit“, sagt Baustadtrat Jens-Holger Kirchner (Grüne) zum Treiben des Hausbesitzers. „Für das Haus gelten Regelungen, die Luxussanierung und Verkauf der Wohnungen untersagen.“ Der Eigentümer erklärte, er wolle nun die Mieter über seine Pläne unterrichten. Kirchner rät, sich nicht herauskaufen zu lassen. „Wir sind an dem Fall dran“, sagte er.

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