Hertha spielte überlegen in Hamburg. Franz zeigte wieder, warum ihn der Klub unbedingt haben wollte. Hinten sicher, Kämpferherz, ein echter, lautstarker Antreiber. Doch dann dieser eine Blackout in der 61. Minute, als er einen ungenauen Pass zu Peter Niemeyer spielte, HSV-Stürmer Son den Ball eroberte und zum 2:1 für die Hanseaten traf. „Dieser Pass an der Mittellinie war schon echt tragisch. Hätte ich doch nur den Ball nach vorne gehauen. Aber hinterher ist man immer schlauer“, sagt Franz ganz ehrlich. Spätestens nach diesem schonungslosen Bekenntnis kann ihm keiner mehr böse sein.
„Wir machen noch zu viele blöde Fehler. Daran müssen wir arbeiten. Aber ich bin mir sicher, dass wir das hinbekommen“, sagt der Routinier. In der Zweiten Liga fiel es nicht so auf, in der Bundesliga wird jedes Missgeschick auf dem Platz sofort bestraft, auch wenn man sonst alles gibt. Keiner zeigt es unfreiwillig so deutlich wie Franz.
Die zwei Gesichter des Maik Franz: Er feuert seine Mitspieler an, kämpft vorbildlich. Doch der Verteidiger macht auch Fehler.
© imago sportfotodienst Lizenz
Er kann selbst seine Missgeschicke bei den Spielen gegen Nürnberg und in Hamburg nicht fassen.
© imago sportfotodienst Lizenz
Immer volle Pulle: Maik Franz (r.) stoppt Hamburgs Holland-Star Eljero Elia.
© imago sportfotodienst Lizenz
Aua, das tat weh! Maik Franz grätschte Gladbachs Marco Reus an der Mittellinie um.
© City-Press Lizenz
Gladbachs Marco Reus krümmt sich auf dem Rasen vor Schmerzen, weil Maik Franz ihn am Knöchel erwischt hat.
© City-Press Lizenz
Am Ende konnte Reus mit Trainer Favre über seine zwei Tore und den Sieg jubeln.
© Getty Images Lizenz
Das Abenteuer Aufstiegs-Saison hat Franz gereizt, deswegen kam er an die Spree. Schon nach dem zweiten Spieltag tanzt er auf der Rasierklinge. Starke Typen zeigen auch mal Schwächen. Franz ist seit acht Wochen Herthaner und das Urteil des Ex-Frankfurters fällt so aus: „Der Charakter des Teams stimmt. Jeder versucht, dem anderen zu helfen. Es gibt keine Stinkstiefel. Keiner macht Ärger, weil er nicht spielt.“
Franz fühlt sich wohl, aber nennt die Schwächen: „Wir müssen hinten noch konzentrierter sein und vorne noch torgeiler. Wenn wir das schaffen, nehmen wir beim nächsten Spiel in Hannover etwas mit. Das weiß ich.“ Es wird der nächste heiße Tanz auf der Rasierklinge.
© dpa Lizenz
Herthas Trainer Markus Babbel bejubelt den späten 2:2-Ausgleich durch Mijatovic am Spielfeldrand.
© dpa Lizenz
© dpa Lizenz
© dapd Lizenz
© dpa Lizenz
© dapd Lizenz
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com