Angst vor Attentat

Maffay mit kugelsicherer Weste auf die Bühne

Obwohl er eigentlich die Nähe zu seinen Fans liebt, musste Maffay nun mit Weste auftreten.

Norbert Koch-Klaucke
Lesezeit 2 Min
Peter Maffay auf der Bühne. Er liebt die Nähe zum Publikum.

Peter Maffay auf der Bühne. Er liebt die Nähe zum Publikum.

© imago/Strussfoto Lizenz

Peter Maffay (65) freut sich schon auf die neue Tour, mit der er auch Berlin beehren wird. Denn die Nähe zu den Fans ist ihm wichtig. Und normalerweise hat er von ihnen auch nichts zu befürchten. Doch nun musste der Rocker („Sonne in der Nacht“) mit einer kugelsicheren Weste auf die Bühne – aus Angst vor einem Attentat.

Sein Einsatz gegen Nazis und Brutalo-Rocker: Maffay weiß, dass er sich damit nicht nur Freunde macht. Im Playboy-Interview sagte der Sänger, dass es bei einem Konzert gegen Rechts für ihn gefährlich wurde, so dass er eine kugelsichere Weste tragen musste.

„Das war grauenhaft. Wenn man sich vorstellt, dass solche Überlegungen in unserem Staat nötig sind, dann ist das schon sehr bedenklich“, sagte Maffay in dem Gespräch. Große Sorge bereitet ihm, „dass es unter der Oberfläche ein Sympathisantentum mit Rechtsradikalität gibt bis hoch in entscheidende Positionen“. Er sagt: „Einem Knüppel kannst du ausweichen. Gedanken auszuweichen ist sehr schwer.“

Auch ohne Messer geht der Rocker nicht aus dem Haus. Allerdings nicht nur aus Furcht. „Ich bin halber Ungar“, sagt Maffay (sein Vater war gebürtiger Deutsch-Ungar). „Gehen Sie zu einem Ungarn, und fragen Sie ihn, ob er ein Taschenmesser hat. Oder zu einem Biker. Es ist eine Gewohnheit.“

Maffay bereitet seine „Wenn das so ist – Live“-Tour vor, mit der er Anfang 2015 in der O2 World ist. Dafür ließ er eine 360-Grad-Bühne bauen, um den Fans noch näher zu sein. Es bleibt zu hoffen, dass Maffay bei der Show keine kugelsichere Weste braucht.

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