"Märzwinter"

Irre: Wetterdienst warnt vor Sonnenbrand und Schnee

Trockene eisige Polarluft im März: spielt das Wetter verrückt?

Jo Studnik
Lesezeit 2 Min

© imago/blickwinkel (Symbolbild)

Wer Lust auf Winter-Extreme verspürt, kann mit der Harzer Schmalspurbahn auf den Brocken hinauf fahren - dort maß die Wetterwarte stramme minus 15 Grad und eine "gefühlte" Temperatur von minus 50 (!) Grad - soweit man bei solchen Frostwerten überhaupt noch etwas spüren würde.

Eisige, trockene Polarluft

Und sogar für die Ostertage schließen Meteorologen eine neue Kaltluftwelle nicht aus. Dieses Phänomen, ein verspäteter Wintereinbruch, hat einen Namen: Meteorologen sprechen vom "Märzwinter". Ursache für die frostigen Temperaturen ist eisige Polarluft, die zugleich sehr trocken ist.

Zuletzt registrierten die Wetterwarten im Jahre 2013 einen heftigen Märzwinter. 2005 wurden Anfang März in Süddeutschland sogar Polartemperaturen von minus 25 Grad gemessen. Verglichen damit erscheinen die aktuellen Temperaturen harmlos - zumal dem Wintereinbruch außer wenigen Tagen keine Frühlingsphase vorausging. Der Schaden in der Pflanzen- und Tierwelt hält sich somit in Grenzen.

Wie groß ist die Sonnenbrand-Gefahr tatsächlich?

Der Märzwinter gilt zwar als "Singularität", tritt aber alle paar Jahre wieder auf. Dabei ergibt sich eine kuriose Konstellation: Zum Einen bleibt es kühl, zum anderen scheint die Sonne mit zunehmender Kraft. Das veranlasste jetzt einen Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Niedersachsen, schon einmal vor der drohenden Sonnenbrandgefahr zu warnen!

Nun wird bei diesen Temperaturen wohl kaum jemand auf die Idee kommen, in Shorts und T-Shirt durch die Straßen der Hauptstadt zu schlendern - zumal der DWD am Dienstag neben Schnee im Norden unserer Region auch noch mit kräftigen Windböen bis zu 55 km/h rechnet. 

Achtung: Achterbahn-Temperaturen

Aber am Mittwoch scheint die Sonne erneut kräftig in der Hauptstadt, und bei Höchstwerten bis zu sechs Grad am Nachmittag kann man auch schon mal auf Kapuze oder Mütze verzichten. Dabei ist die Sonnenbrandgefahr allerdings noch überschaubar, denn noch steht der UV-Index für unsere Region auf dem niedrigsten Level.

Vorsehen sollte man sich eher vor den weiterhin kühlen Nächten - und auf Achterbahn-Temperaturen einstellen: Am Wochenende klettern die Höchstwerte voraussichtlich auf zweistellige Werte, könnten danach aber erneut abstürzen. JSt (mit dpa)

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