Männer werden Frauen

Ruth Moschner
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Ich bin völlig durcheinander. Wie muss es erst Rolf Eden ergangen sein, als ein blondes Supergerät mit langen Wimpern, blauen Augen und Wespentaille an ihm vorbeirauschte - ohne ihn eines Blickes zu würdigen? Eman(n)zipation ade, es lebe der Femi-Mannismus. Während die einen noch über die Frauenquote keifen, erfreut sich der rote Teppich derzeit an reichlich gefälschtem Östrogen. Das Leben ist hart, aber ungerecht. Aber ich kann den Großstadt-Casanova beruhigen.Denn die neue, zarte Schönheit ist nicht etwa eine Beistellfrau von Becker, Pocher und Co., sondern Matthias Schweighöfer, der leider mit Lippenstift und langem Kleidchen eine erschreckend gute Figur macht. Weight-Watchers-Jüngerinnen, vereinigt euch - so etwas darf man doch nicht akzeptieren.Der Typ sieht nun schon als Mann oberschnuckelig aus, wieso stiehlt er uns jetzt auch noch als Mädel die Show? Schon merkwürdig, dass die Herren der Schöpfung immer mal wieder gerne in die Mottenkiste greifen, um ihre Weiblichkeit auszuleben. In Sachen Rollentausch sind sie uns einfach weit überlegen. Wenn ER sich die Waden rasiert und hohe Hacken anzieht, ist es entzückend. Wenn SIE sich die Haare am Bein wachsen lässt und 'ne Krawatte umbindet, geht das meist fürchterlich in die Hose. Wenn ER bei Sissi-Filmen mitheult, ist er ein Mann zum Heiraten. Wenn SIE beim Biertrinken mitrülpst, ist das zum Davonlaufen. Und den Griff in den Schritt möchte ich mal lieber nicht analysieren. Mehr dazu gibt es dank Schweighöfer im Herbst im Kino. Eins ist aber jetzt schon klar: Frauen sind doch das schöne Geschlecht. Wenn Männer plötzlich hübscher sind, dann sind sie entweder geschminkt oder spielen eine Rolle. Oder beides.Schauspielerin und TV-Moderatorin Ruth Moschner schreibt jeden Freitag im Berliner KURIER

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