Männer und Technik

Stephanie Lamprecht
Lesezeit 2 Min

Männer wachsen ja in dem Bewusstsein auf, dass der liebe Gott sie freundlicherweise mit einem besonderen Händchen für alles Technische ausgestattet hat. Wo der Mann ist, fließt Strom, es blinkt und tönt.Wegen dieser Sonderbegabung muss der Mann sich auch nicht mit solchen Kinkerlitzchen wie Bedienungsanleitungen abplagen. Wie etwas funktioniert, müssen nur Frauen nachlesen.Der Mann erspürt die Bedeutung der verschiedenen Tasten. Beherzter Standardsatz: "Lass mich mal." Wenn ein Paar sich gemeinsam ein technisches Gerät anschafft, prallen die beiden Welten aufeinander. Die Frau sitzt am Küchentisch, die buchdicke Bedienungsanleitung für das neue satellitengestützte Fahrrad-Navi ("Der Porsche unter den Bike-Computern!") vor sich und streift geduldig durch das Menü, von der Kalorienanzeige bis zum Wegpunkte-Modus.Ihn macht das Geblätter ganz nervös. Frauen und Technik, das passt doch gar nicht. Also greift er sich das Gerät ("Lass mich mal!") und drückt mit Kennermiene auf dem Bildschirm herum. Nach zehn Minuten drückt er schon deutlich weniger enthusiastisch und mault: "Verdammtes Ding, das ist doch kaputt."Ihr Blick fällt auf die chromglänzende Espressomaschine ("Der Ferrari unter den Kaffeemaschinen!"), die er "intuitiv" in Betrieb setzen wollte. Die Kaffeespritzer an der Wand erzählen noch Jahre später davon. Der Festplattenrekorder hört nur auf ihr Kommando und die Digi-Kamera schaltet den Blitz nur aus, wenn die Frau es ihr sagt. Der Mann macht sich vor dem Kauf schlau, die Frau danach. Er findet den "Mercedes unter den Universalfernbedienungen!", sie bringt das Ding zum Laufen. Das Leben als Paar ist schon praktisch.

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