Mädchen (14) aus Bahn geschmissen Sie mussten sich im Dunkeln auf den 17 Kilometer langen Heimweg machen

Weil sie keinen Fahrschein hatten

CLAUDIA WITTKE-GAIDA
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Bernburg - Kein Erbarmen eines Halbgotts in dunkelblauer Uniform: Weil sie keine gültige Fahrkarte vorweisen konnten, wurden zwei 14-Jährige von einem Schaffner in der Dunkelheit Sachsen-Anhalts ausgesetzt. Der Vater eines der Mädchen ist außer sich.Clara und ihr Freundin waren das erste Mal alleine von Bernburg zu einer Shopping-Tour nach Magdeburg gereist - leider hatten sie am Automaten nicht die Rückfahrt mit eingetippt. Unverzeihlich, wie der Zugbegleiter fand. Er schmiss die Teenager in Sachsendorf, weit weg von der nächsten Stadt, aus dem Zug. "Auf der Landstraße hätten die Mädels fast 17 Kilometer laufen müssen. Das ist kriminell", schimpft Vater Ulf P. in der "Mitteldeutschen Zeitung". Das Angebot eines Pkw-Fahrers sie mitzunehmen, ignorierten sie lieber. Nach einer Stunde konnten sie auf der verlassenen Landstraße von der Mutter eingesammelt werden."Es ist bedauerlich. Wir prüfen den Sachverhalt", versprach ein Bahnsprecher. Unklar ist, warum trotz der Anweisung, keine Minderjährigen aus den Zügen zu werfen, Schaffner häufig so hartherzig reagieren. Immer wieder werden Teenager wegen fehlender Tickets "in der Pampa" ausgesetzt. Eine Schülerin (16) wurde im Januar 2010 bei minus 15 Grad in Königs Wusterhausen an die Luft befördert - ihr hatten 2 Euro für einen Nachlösezuschlag gefehlt. 15 Monate zuvor flog Deborah (12) zwischen Bad Doberan und Rostock samt ihrem Cello aus dem Zug - die Musikschülerin hatte ihr Portmonee samt Fahrkarte zu Hause vergessen.

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