Lotta in Thailand

So tapfer kämpft sie um ihr Leben

Das todkranke Kind (4) bekommt Stammzellen-Injektionen ins Rückenmark.

Mike Wilms
Lesezeit 3 Min
Die kleine Lotta guckt trotzig. Sie trägt einen Verband an der Hand und hängt am Tropf.

Die kleine Lotta guckt trotzig. Sie trägt einen Verband an der Hand und hängt am Tropf.

© zVg

Kurz vor der Vollnarkose sagt Lotta zu ihrer Mutter Sandra Rathgeber (34): „Hol mich hier raus, ich will nach Hause.“ Doch die Behandlung, die es in Deutschland nicht gibt, ist die letzte Hoffnung für Lotta. Sie leidet an einer weltweit extrem seltenen Krankheit – an spastischer, spinocerebellärer Ataxie. Das Leiden macht blind, gelähmt und führt zu einem frühen Tod. Mutter Sandra sieht keine andere Wahl, als dem Eingriff an Lottas Rücken zuzustimmen. 

Lottas Mutter führt ein Internet-Tagebuch

„Es ist so verdammt hart, wenn du dein Kind in den OP-Bereich bringst, sie weint und dich voller Angst anschaut“, schreibt Sandra Rathgeber in ihr Internet-Tagebuch. Und an die Tochter gerichtet: „Lotti, ich hoffe, du verstehst eines Tages, dass all das nur zu deinem Besten war.“ Vier Mal wird das Mädchen während des dreiwöchigen Aufenthalts in Bangkok unter Narkose behandelt. Nach einer ersten Stammzellen-Gabe über einen Tropf in den Arm folgen jetzt die Injektionen ins Rückenmark. „Das wäre ohne Narkose viel zu schmerzhaft“, sagt Mutter Sandra Rathgeber dem KURIER am Telefon. Sie habe viel Vertrauen zu den Ärzten des Better Being Hospitals.

Lotta liebt die Parks von Bangkok und vor allem die knallbunten Figuren.

Lotta liebt die Parks von Bangkok und vor allem die knallbunten Figuren.

© zVg

Doch für das Mädchen geht es in Thailand nicht um Heilung. Es wäre schon ein großer Therapie-Erfolg, etwas mehr kostbare Lebenszeit zu gewinnen. Lotta ist auf einem Auge erblindet, auf dem anderen sieht sie schlecht. Beim Gehen kommt Lotta rasch ins Wanken, schon als Zweijährige zeigte sie Anzeichen. Die Krankheit greift die Nerven an. „Die thailändischen Ärzte haben mir aber versichert, dass ihr Leiden insgesamt nicht weit fortgeschritten ist“, sagt Mutter Sandra. Vor allem bei der Verbesserung der Sehkraft gebe es Hoffnung. Die Therapie werde in drei bis vier Monaten ihre Wirkung zeigen.

Lotta ist ein tapferes Kind

Als Lotta wieder aus der Narkose erwacht, hat sie einen Bärenhunger. Auf dem Krankenzimmer macht sie sich über eine große Portion Fisch mit grünem Gemüse her. Die Mutter dreht ein Video der Szene und lädt es bei Facebook hoch. An einer Stelle gleich zu Anfang fordert Lotta: „Verband ab!“ Sie wirkt schon wieder ziemlich fit. „Du bist ein Wunder, mein Kind“, notiert Mutter Sandra in ihrem Facebook-Tagebuch.

Kleiner Ausflug: Lotta, Mutter Sandra und Dolmetscherin June besuchen eine Mall.

Kleiner Ausflug: Lotta, Mutter Sandra und Dolmetscherin June besuchen eine Mall.

© zVg

In den nächsten Tagen geht es nun mit vielen Behandlungen weiter – physikalische Therapie, Wassertherapie, Akupunktur. „Und in der Freizeit wollen wir wieder schöne Parks besuchen oder zur Shopping-Mall fahren, wie wir es hier schon gemacht haben“, sagt die Mutter. Fotos der bisherigen Ausflüge zeigen Lotta als fröhliches Kind. Sie ist wirklich tapfer.

Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com

Lesen Sie mehr zum Thema