Lokführer-Gewerkschaft treibt böses Spiel mit Fahrgästen

Stoppt der Streik auch die S-Bahn?

Anka Seyfert
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Berlin - Fährt die S-Bahn oder fährt sie nicht? Die Gewerkschaft der Lokführer (GDL) treibt ein böses Spiel mit den Fahrgästen. Ab heute müssen Pendler mit Warnstreiks rechnen. Doch wann und wo, wurde bis gestern Abend nicht bekannt gegeben.Der erste Arbeitskampf werde nicht länger als drei Stunden dauern, hatte Claus Weselsky, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Lokführer, gestern angekündigt. Und er fügte hinzu: Es werde "aber eine sehr wirksame Aktion sein"."Wir wissen nicht, ob der Berliner Nahverkehr betroffen ist", sagte eine Bahn-Sprecherin. Allerdings sei man auf das Schlimmste eingestellt, würde mit Wochenbeginn bundesweit auf den Bahnhöfen und in den Betriebszentralen mehrere hundert zusätzliche Mitarbeiter einsetzen. "Das betrifft auch die S-Bahn." Bereits seit Sonnabend ist eine kostenlose Hotline geschaltet: 08000/996633.Informieren können sich Fahrgäste auch beim Verkehrsverbund unter 030/25 41 41 41 oder der BVG 030/19 44 9. BVG-Sprecherin Petra Reetz: "Sobald wir wissen, wo gestreikt wird, werden wir die Fahrgäste über unsere elektronischen Anzeigetafeln, die Bus- und U-Bahn-Fahrer informieren."Die GDL will mit den Warnstreiks einen Branchentarifvertrag für die rund 26 000 Lokführer in Deutschland erzwingen. Inzwischen warnte die konkurrierende Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG die Bahn, den GDL-Forderungen nachzugeben. Dann werde man Nachverhandlungen fordern und gleiche Bedingungen verlangen.------------------------------BU: Karin Pütt, Grafikerin aus Prenzlauer Berg:"Ein S-Bahn-Streik würde mir Probleme bereiten, denn ich muss von der Schönhauser Allee nach Westhafen. Trotzdem habe ich Verständnis für die Forderung der Bahner.""Zum Glück habe ich Semesterferien und muss nicht nach Frankfurt (Oder). Der Regio ist sowieso dauernd verspätet, und nun auch noch Streik. Das finde ich unmöglich!""Ich muss meine Frau zum Hauptbahnhof bringen und werde wohl das Auto nehmen müssen. Das ist teuer und umständlich. Ich bin sauer, wenn die S-Bahner streiken.""Wie soll ich ohne S-Bahn von Grünau ins Zentrum kommen? Wie bei uns in Frankreich trifft der Streik die kleinen Leute, nicht die Politiker mit ihren dicken Dienstwagen."

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