Immer wieder sorgen Immobilienspekulanten für Unsicherheit, immer wieder müssen die Menschen in der Stadt wegen gestiegener Mieten um ihre Wohnungen bangen. Zuletzt sorgten Verkaufspläne in der Schöneberger Gleditschstraße für Aufsehen. Musikerin Linda Gebelein geht auf ihre Art dagegen vor: Die 34-Jährige Berlinerin schuf den Protest-Song „Wir werden bleiben“.
„Wir wollen bleiben, wir wollen hier bleiben, wir sind hier so lange schon – sucht euch doch bitte was eig’nes, am besten gleich dort hinterm Mond.“ so geht der Refrain des Liedes, das auf dem letzten Hoffest in der Schöneberger Gleditschstraße Premiere feierte. Komponiert wurde es von Linda Gebelein. „Ich bin hier geboren und aufgewachsen, meine Mutter und meine Oma kommen von hier“, sagt sie dem KURIER. „Wenn ich immer wieder sehe, wie alte Kieze, die seit Ewigkeiten bestehen, zerstört werden, macht mir das Sorgen. Veränderung ist gut, aber nicht jede.“
Auf einem Mieter-Fest in Berlin wurde Linda Gebeleins Lied bejubelt
Die 34-Jährige komponierte das Lied mit Blick auf die Ereignisse in der Schöneberger Gleditschstraße. Hier wollten Investoren mehrere Wohnhäuser kaufen. Die Mieter fürchteten um ihre Zukunft, protestierten. „Als ich davon hörte, hat es mich sehr berührt“, sagt Gebelein. „Also setzte ich mich hin und schrieb.“ Auf einem Mieter-Fest wurde das Lied bejubelt – und vielleicht hat es auch geholfen: Montag sprach der Bezirk sein Vorkaufsrecht aus, rettete die Mieter vorerst.
Der Song gilt aber für ganz Berlin, soll bald professionell aufgenommen werden. Denn die Probleme bleiben. „Es passiert doch ständig, dass Häuser verkauft werden, die Leute ausziehen müssen, aber wegen der teuren Mieten nur schwer etwas finden.“ Im Text des Liedes heißt es: „Die Stadt wird ausverkauft und die Menschen gleich mit. Das alles ohne Rücksicht auf den Einzelnen und, na klar: Alles für den Profit.“
Gebelein, die mit drei Jahren Klavier lernte und sich später, mit 15, das Gitarrenspielen beibrachte, wird den Song sicherlich auch auf der Straße spielen – hier tritt sie oft auf. Natürlich unter dem passenden Künstlernamen: Mädchen aus Berlin.
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