Lieferdienste in Berlin

Der große Brings-mir-nach-Hause-Führer

Warme Küche, Bio-Gemüse, Bücher: In Berlin gibt’s für fast alles einen Lieferdienst.

Mike Wilms
Lesezeit 4 Min
Die Angebote von Lieferdiensten in Berlin sind grenzenlos.

Die Angebote von Lieferdiensten in Berlin sind grenzenlos.

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Im April will der Internet-Riese Amazon den Lebensmittel-Lieferservice Amazon Fresh in Berlin starten. Dafür verbindet er sich mit der Post-Tochter DHL, die Produkte sollen von der Supermarktkette Tegut kommen. Es ist ein höchst unübersichtliches Geschäft, in das der KURIER hier mal Ordnung bringt – mit dem großen Liefer-Dienste-Führer für ganz Berlin.

Amazon: Der US-Konzern hat mit seinem Eil-Service Amazon Prime einen Hit gelandet. Für einen Mitgliedsbeitrag von 69 Euro im Jahr (oder 8,99 im Monat) liefert Amazon seine Waren noch am selben Tag. Das Ganze nennt sich Same-Day-Lieferung oder Evening Express. Was bei Büchern, CDs & Co. klappt, soll dann künftig auch über Amazon Fresh bei Lebensmitteln laufen.

Der US-Riese Amazon will im April einen Lieferdienst für frische Lebensmittel in Berlin starten.

Der US-Riese Amazon will im April einen Lieferdienst für frische Lebensmittel in Berlin starten.

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Supermärkte auf Rädern: Fast alle großen Ketten sind mit eigenem Lieferdienst unterwegs. Kaiser’s gehörte 1997 zu den Pionieren, seit 2012 firmiert der Service unter dem Namen Bringmeister und wurde jüngst von Edeka übernommen. Die Kühlfahrzeuge liefern nach Internet-Bestellung rund um die Uhr – auch am Wochenende.

Der Mindestbestellwert liegt bei 35 Euro, der Lieferpreis variiert je nach Uhrzeit zwischen 3 und 6 Euro. Das ist branchenüblicher Preis. Kaufland liefert zwischen 7 und 22 Uhr, Rewe von 8 bis 22 Uhr – fast immer zuverlässig.

Rewe liefert im Internet bestellte Waren flott nach Hause. Neukunden zahlen keine Liefergebühr

Rewe liefert im Internet bestellte Waren flott nach Hause. Neukunden zahlen keine Liefergebühr

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Restaurants auf Rädern: Das Pizza-Taxi ist eine alte Erfindung, aber längst nicht jedes Lokal hatte so einen Service. In diese Marktlücke stießen ab 2011 Start-ups wie Foodora, Lieferheld, Deliveroo und Lieferando. Das Prinzip: Hungrige Kunden können über die Website oder App eines Lieferdienstes aus einer Vielzahl von Restaurants und Speisen wählen.

Der Bring-Service Lieferheld wurde 2016 bei einem großen Test mit „gut“ benotet.

Der Bring-Service Lieferheld wurde 2016 bei einem großen Test mit „gut“ benotet.

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Ein Radkurier holt das fertige Essen am jeweiligen Lokal ab – und bringt es einem. Das Deutsche Institut für Service-Qualität bewertete Lieferando mit sehr gut, Pizza.de und Lieferheld mit gut. Alle anderen Urteile waren schlechter. Foodora punktete zwar mit sehr gutem Angebot, schwächelte aber beim Web-Auftritt.

Auch bei Deliveroo überzeugte die Website nicht, zudem war das Angebot ausbaufähig. Bei den großen Marktführern sind 2,50 Euro Liefergebühren üblich.

Geister-Lokale: Der Trend zu Restaurant-Lieferdiensten hat einen zweiten Trend begründet – den zu „Ghost Restaurants“ oder Geister-Restaurants. Das sind Lokale, die zwar für Lieferdienste kochen, aber keinen eigenen Gastraum haben. In den USA und Großbritannien gibt’s das bereits zuhauf.

In Berlin machte das ganz reale „Beets and Roots“ (Große Hamburger Straße 38, Mitte) jetzt mit einer Ghost-Filiale in Kreuzberg den Anfang. Bestellt und ausgeliefert wird über Foodora.

Shoppen für Faule: Wer nach einer ausgiebigen Einkaufstour keine Lust zum Taschen-Tragen hat, kann Liefery (www.liefery.com) zu seinem persönlichen Knecht machen. Der Lieferdienst bringt einem alles in 90 Minuten oder zu einer Wunschzeit nach Hause.

Viele Online-Shops bieten zudem bereits die Zusatzoption einer Lieferung über Liefery an – sie ist eben zeitlich passgenauer als der sonst gängige Service. Kooperationspartner sind etwa Mediamarkt, Sportscheck, WMF, Zalando, Kochhaus und Käfer. Liefery wirbt damit, dass es kein Abo und keine Fixkosten gibt. Der Preis variiert nach Auftrag.

Die Bio-Bauer-Variante: Das Berliner Start-up „Gegessen wird immer“ (www.gegessenwirdimmer.de) liefert Obst, Gemüse, Milch, Nudeln und Eier von kleinen, regionalen Erzeugern. Der Mindestbestellwert liegt bei 25 Euro, die Bring-Gebühren bei 4,90 Euro. Bestellungen aus Berlin, die bis 12 Uhr mittags eingehen, werden im Stadtgebiet noch am selben Abend ausgeliefert.

Die Zukunft der Branche: Die Kette Domino’s Pizza will jetzt einen kleinen, autonomen Liefer-Roboter testen, der bis zu acht Pizzen ausliefern kann. Er informiert den Kunden per SMS über seine Ankunft an der Haustür, bezahlt wird vorab online. Das Pilotprojekt läuft vorerst aber nur in Hamburg – und hat den Haken, dass die Roboter Essensdiebe anlocken dürften.

Experten rechnen damit, dass Flugdrohnen schon in zwei oder drei Jahren Lieferungen ausführen können. Damit sollen Lieferungen möglich werden, die Kunden binnen zehn Minuten erreichen.

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