Liebe Politiker

Jetzt gibt’s was auf die Ohren!

HipHopper gründen eigene Partei. Und die will in den Bundestag.

Stefan Strauß
Lesezeit 2 Min

Sie lieben HipHop, Graffiti und Breakdance, tragen Basecaps und Turnschuhe, ihre Hosen hängen lässig im Schritt. Jetzt wollen einige von ihnen in die große Politik.

Am Wochenende hat sich in Berlin eine neue Partei vorgestellt, eine Partei der HipHop-Bewegung. Sie nennt sich „Die Urbane“ und will zur Bundestagswahl antreten. „Wir wollen die HipHop-Szene einladen, sich politisch zu betätigen und an der Demokratie teilzunehmen“, sagt Raphael Hillebrand, einer der Gründungsmitglieder.

Die Gründungsmitglieder sind Musiker, Tänzer, DJs und Anhänger der HipHop-Kultur, eine bunte Truppe mit Menschen zwischen 40 und 50, die in den 90er-Jahren zu den ersten Künstlern der HipHop-Bewegung gehörten und junge Rapper um die 20, die bisher kaum jemand kennt.

Die Partei hat zurzeit knapp 100 Mitglieder, allein am Sonnabend sind etwa 60 Menschen in die Partei eingetreten. „Es gibt wirklich viele Leute, die sich politisch engagieren wollen“, sagt Raphael Hillebrand.

Das Parteiprogramm legt klare Forderungen fest. Es geht um soziale Gerechtigkeit, Gleichstellung und Selbstbestimmung aller Menschen. Die HipHop-Partei macht sich stark für die staatliche Förderung der Künste. Aus Sicht der HipHop-Partei ist Deutschland „mehr denn je“ ein Einwanderungsland. Das Konsumverhalten müsse sich ändern, in Grundschulen sollen Kinder in eigenem Tempo lernen, HipHop gehöre in den Unterricht, urbane Kunst in die Klassenräume. Das Leben in den Großstädten müsse bezahlbar bleiben. Busse und Bahnen sollten kostenlos nutzbar sein, Cannabis darf nicht weiter als illegale Substanz gelten.

„Wir sprechen alle an, deren Herzen vom HipHop berührt werden“ sagt Raphael Hillebrand.

Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com

Lesen Sie mehr zum Thema