Für die allermeisten unter uns immer wieder ein Gänsehautmoment. Aber für Lewandowski? Genießen? Nur zu gerne. „Aber das ist gar nicht so einfach. Mittelfristig wird das bestimmt kommen. Aber jetzt?“, findet der 43-Jährige und erläutert: „Ich habe mich natürlich aus bestimmten Gründen für Union entschlossen. Nicht nur aus rationalen Gründen.“
Er wollte immer schon für einen Klub arbeiten, mit dem er sich identifizieren könne, bei dem man den gewissen Kick verspürt und sich emotionalisieren lassen kann. „Das war mit ein Grund für Union, dass ich einfach Bock hatte auf diesen Verein mit allem, was dazugehört“, gibt er zu.
Ein bisschen erinnert ihn die kommende Situation auch an eine eigene Episode mit Leverkusen. „Wir hatten vor drei Jahren das letzte Testspiel vor dem Ligastart in Liverpool. Anfield Road! Für uns Kinder der 70er oder frühen 80er Jahre, die da mit Fußball groß geworden sind, für die gibt es nichts Größeres. Ich hatte mir da ganz fest vorgenommen, das ganze nur zu genießen. Hier wirst du nicht mehr so oft herkommen in deinem Leben.“
Nachvollziehbar. Und schön, dass auch Berufssportler das so empfinden. Das Raunen, die Zuschauer, die Gesänge! Trotzdem: Genießen klappte nur – man ahnt es bereits – bedingt. „Nach vier Minuten war ich schon wieder im normalen Modus. Da war nix mit genießen“, musste der gebürtige Dortmunder rückblickend über sich selber schmunzeln.
Das befürchte er auch für morgen beim Duell gegen die Kleeblätter aus dem Frankenland. „Ich hoffe, das kommt mittelfristig. Doch derzeit habe ich kurzfristig so viel in meinem Kopf als Trainer, dass es schwer wird, das alles schon so in sich aufzunehmen und vielleicht alles auch ein bisschen zu genießen.“
Da bleibt ja nur eine vernünftige Lösung. Also, ihr Eisernen – einfach das Ding morgen über die Bühne schaukeln. Damit am Ende der 90 Minuten mit einem Dreier im Rücken die ganze Anspannung von ihm abfällt.
Und durch den Siegestaumel es für ihn dann noch ein unvergleichlicher Moment werden kann.
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