Unterschiedlicher hätten die Emotionen nach Abpfiff nicht sein können. Während die fast 10000 mitgereisten Brauseklub-Anhänger den Einzug in die Europa League frenetisch feierten, schlichen die Herthaner mit hängenden Köpfen ist die Ostkurve. Einzig der Galgenhumor gegen den abgestiegenen HSV sorgte bei den treuesten Fans für so etwas wie Freude – die zuvor erlebten 90 Minuten dafür für viel Frust.
Jede Menge Tore, vor allem für Leipzig
Dabei erlebten die 60.502 Zuschauer im endlich mal gut gefüllten Olympiastadion ein Offensiv-Feuerwerk. Nur fielen die Tore auf der falschen Seite. Das Unheil begann nach nur zwei Minuten, als Leipzigs Dayot Upamecano nach einer Ecke Mathew Leckie übersprang und locker einköpfte. Zwar antworteten die Blau-Weißen zwei Minuten später – Kapitän Vedad Ibisevic drückte aus Nahdistanz eine scharfe Plattenhardt-Flanke über die Linie. Doch danach spielte RB Hertha phasenweise schwindelig: Ademola Lookman tanzte Peter Pekarik an der Strafraumgrenze aus und schob ins kurze Eck ein (8.). Als sich das Spiel gerade etwas beruhigte, patzte Torhüter Rune Jarstein schwer. Der Norweger griff bei einem harmlosen Schuss von Jean-Kevin Augustin brutal daneben – 1:3 (22.).
Das Debakel nahm in der zweiten Halbzeit endgültig seinen Lauf. Die flinken Leipziger blieben gnadenlos, schlugen durch Timo Werner (49.), Augustin (54.) und Bruma (82.) erneut dreimal zu. Salomon Kalous 12. Saisontor zum zwischenzeitlichen 2:5 (64.) konnte den Ivorer nicht trösten. „Sechs Tore zu Hause zu kassieren – das geht nicht“, fasste er enttäuscht zusammen. „Dafür gibt es keine Entschuldigung.“
Dardai ist nicht böse
Wie schon ein Jahr zuvor gegen Leverkusen – ebenfalls 2:6 – erlebten die Blau-Weißen einen rabenschwarzen letzten Heimauftritt. „Ich hoffe, es geht nicht die nächsten Jahre so weiter“, kommentierte Plattenhardt das Déjà-vu.
Dardai war dennoch nicht böse auf seine Spieler: „Ich kann den Jungs von den Lauf- und Zweikampfwerten keinen Vorwurf machen.“ Sein Saison-Fazit fällt mit Tabellenplatz 10 dennoch positiv aus: „Unser Ziel war eine Top-Ten-Platzierung. Ich finde, das war ehrgeizig, weil wir auch die Doppelbelastung mit der Europa League hatten.“
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