„Die letzten 20 Jahre lag mein Nobelpreis bei mir im Regal“, sagt Lederman voller Stolz über das Glanzstück seiner langen Forscher-Karriere. Doch um seinen Lebensabend nach einer schockierenden Demenz-Diagnose so würdevoll wie möglich zu gestalten, musste sich Lederman von der geliebten Medaille trennen, ließ sie bei „Nate D. Sanders“ versteigern. Endpreis: 765 002 Dollar.
Das Geld brauchen Lederman und seine Frau Ellen (67) dringend, um das schlichte Haus in Idaho zu kaufen, in dem sie leben und um die drohende Flut von Arztrechnungen für Ledermans Behandlung zu bezahlen. Ellen: „Der Befund ist furchtbar, ich wünschte es wäre anders für ihn gekommen. Aber er ist glücklich, wo er lebt, mit Katzen, Hunden und Pferden. Und es macht mich glücklich, dass es ihm gut geht.“
Die Erinnerungen an seine lange Karriere – Stück für Stück werden sie Lederman entgleiten. Wie er 1988 mit zwei weiteren Physikern den Nobelpreis erhielt für Experimente mit Neutrinos, die zeigten, dass es unterschiedliche Arten der Elementarteilchen gibt. Und mit seinem Buch mit dem skurrilen Titel: „Das Gottesteilchen: Wenn das Universum die Antwort ist, was ist die Frage?“ prägte Lederman den Begriff des „Gottesteilchens“ für das Higgs-Teilchen. Dabei nannte er es ursprünglich „gottverdammtes Teilchen“, weil es sich trotz aller Mühen nicht nachweisen ließ.
2012 beendete Lederman sein Arbeitsleben, räumte in den „Fermilab“-Teilchenlabors in Batavia (Illinois) seinen Schreibtisch und zog sich nach Idaho zurück. „Wir verehren niemanden mehr als Leon“, sagt Ex-Kollege Christopher Hill. „Er hätte mit Leichtigkeit drei oder vier Nobelpreise gewinnen können.“
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com