Leiste

So entsteht ein Leistenbruch

Das Problem kann angeboren sein oder eine Bindegewebsschwäche ist schuld.

BK
Lesezeit 2 Min
Die Grafik zeigt, an welcher Stelle der Leistenbruch genau entsteht.

Die Grafik zeigt, an welcher Stelle der Leistenbruch genau entsteht.

© Grafik-Atelier Riediger Lizenz

Auch wenn Ärzte bei einer Listenhernie von einem „Bruch“ sprechen, zersplittert dabei kein Knochen. Vielmehr wird Gewebe durchstoßen. Die Leiste bildet den Übergang zwischen Bauch und Oberschenkel. In dieser Region befindet sich der Leistenkanal, durch den wichtige Blutgefäße und Nerven verlaufen. Sie verbinden den Bauchraum mit dem Genitalbereich. Beim Mann verläuft durch diesen Kanal der Samenstrang. Bei der Frau das sogenannte Mutterband, welches die Gebärmutter stabilisiert.

Die Leistenregion muss ziemlich viel Druck aushalten. Wenn wir husten, niesen, schwere Kartons schleppen oder Einkaufstüten hoch heben, dann drücken die Bauchorgane auf den Leistenbereich. Aus diesem Grund ist er mit kräftigen Muskeln und Sehnen bestückt. Hält die Leistenregion dem Druck nicht mehr Stand, dann können Schichten der Bauchwand – genauer gesagt das Bauchfell – den Kanal durchbrechen. Es bildet sich ein sogenannter Bruchsack, der als „Bruchinhalt“ Teile des Darms enthalten kann, aber auch Fettgewebe, das dem Darm aufliegt (Darmnetz). Die Lücke, durch die der Bruchsack durchtritt, nennt sich Bruchpforte.

Experten unterscheiden zwei Formen von Leistenbrüchen: die direkte Leistenhernie sowie die indirekte. Bei diesen Typen durchtritt der Bruchsack den Leistenkanal in verschiedenen Richtungen und an unterschiedlichen Stellen.

Die indirekte Form kann angeboren oder erworben sein und betrifft häufig Kinder und junge Menschen – vor allem Jungen und Männer. Sie sind sozusagen vorbelastet, da bei ihnen der Leistenkanal von Geburt an etwas geweitet sein kann.

Die direkte Leistenhernie ist erworben und ereilt eher ältere Menschen. Hier ist in vielen Fällen eine altersbedingte Bindegewebsschwäche schuld.

In den meisten Fällen ist ein Leistenbruch ungefährlich. Unbehandelt vergrößern sich Hernien jedoch. Der Bruchinhalt, also zum Beispiel eine Darmschlinge, kann sich dann einklemmen (Inkarzeration) und abgequetscht werden. Das führt zu starken Schmerzen und stellt einen Notfall dar, der sofort operiert werden muss.

Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com