Dort, wo es am schlimmsten ist, steht Brigitte Dietrich mit ihrem Obststand. Direkt an der Ecke Leipziger Straße und Friedrichstraße verkauft sie frische Erdbeeren. „Die Verpestung ist massiv“, sagt die 69-Jährige. Sie macht den Job nur vorübergehend für drei Monate. Länger würde sie hier nicht sein wollen: „Man sollte nicht jeden Tag in dieser schlechten Luft arbeiten müssen. Die Firma sollte den Stand versetzen.“
Brigitte Dietrich jobbt auf der Straße.
© Paulus Ponizak
Auch die Beschäftigten aus den umliegenden Bürohäusern haben Probleme mit der Luft im Quartier. „Wenn meine Kollegen nur für fünf Minuten das Fenster öffnen, stehen Abgase im Raum“, sagt Sachbearbeiterin Cornelia (58), die in einem der Bürokomplexe arbeitet. Ihr eigenes Bürofenster liegt zum Innenhof. So hält sie es aus.
Cornelia hatte schon Abgase im Büro.
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Dass die Lage in der Leipziger Straße besonders bedenklich ist, beschäftigt die Menschen im Kiez. „Autos haben hier rote Welle, alle paar Meter steht eine Ampel, Touristen rennen über die Straße, und im Ergebnis gibt es oft Drängeleien und Stau“, sagt Gebäudereiniger Manfred Keil (59). Immer wieder muss er sich selbst durch den Verkehr quälen. Würde der hier flüssiger laufen, und gäbe es Durchfahrtbeschränkungen für Lkw und Reisebusse – „würden hier weniger Abgase entstehen“.
Manfred Keil klagt über zu viel Verkehr.
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Fakt ist: Die Belastung kommt von den Autos, vor allem von alten Diesel-Modellen. Wie schlimm es ist, kann der Senat in Zahlen ausdrücken. An der Leipziger Straße gab’s 2016 eine jährliche Durchschnittsbelastung von 66 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter Luft. Gesetzlich erlaubt sind 40 Mikrogramm. Damit nicht genug: Dieser Grenzwert wurde an allen 23 Berliner „Rubis“-Messstellen überschritten. An ihnen werden Werte für Ruß, Benzol und Stickoxide erfasst. Weiterer Stink-Hotspot: am U-Bahnhof Grenzallee.
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