Leiche im Wald in Berlin

Verbrannte Maria: War es ein Ehrenmord?

KURIER beantwortet die wichtigsten Fragen zu dem Verbrechen, das ganz Berlin schockt und aufwühlt.

Philippe Debionne
Lesezeit 2 Min
Zwei weiße Kreuze stehen an der Stelle, an der Maria ermordet wurde. Eines für sie, und eines für ihr ungeborenes Kind, das mit ist sterben musste.

Zwei weiße Kreuze stehen an der Stelle, an der Maria ermordet wurde. Eines für sie, und eines für ihr ungeborenes Kind, das mit ist sterben musste.

© Eric Richard Lizenz

War die Tötung der jungen Frau ein „Ehrenmord“?

Möglich. Ein hochrangiger Ermittler sagte dem KURIER: „Da wird noch einiges ans Licht kommen, wir sind hier noch lange nicht am Ende.“ Bereits seit Tagen gibt es die Vermutung, dass zumindest Teile der Familie um den Hauptverdächtigen Ener T. (19) den jungen Mann zu der Tat gedrängt haben könnten. Dazu gibt es jetzt auch polizeiliche Ermittlungen. Der Fahnder weiter: „Es gab in der Vergangenheit ähnliche Fälle, in denen sich die Tat als Komplott von mehreren Familienmitgliedern herausgestellt hat.“

Wie kam die Polizei auf die Spur der Täter?

Ener T. hatte Maria P. am Freitag bei der Polizei als vermisst gemeldet – und sich dabei in Widersprüche verstrickt.

War Maria P. noch bei Bewusstsein, als sie mit Benzin übergossen und angezündet wurde?

Zwar hatten die Täter der jungen Frau zuvor mit einem spitzen Gegenstand in den Bauch gestochen, um das Ungeborene zu töten. Und möglicherweise war Maria P. danach ohnmächtig. Aber bei der Obduktion fanden die Gerichtsmediziner Rußspuren in der Lunge – die 19-Jährige muss also noch geatmet haben, als sie verbrannte.

Warum ist der Mord an ihrem Baby nur „gemeinschaftlicher Schwangerschaftsabbruch“?

Ungeborene können juristisch gesehen keine „Tatobjekte“ von Mord (§211) oder Totschlag (§212) sein. Erst mit dem Einsetzen der Eröffnungswehen wird ein Ungeborenes als Mensch oder Person bezeichnet.

Welche Strafe droht den Tätern?

Sollten die 19-Jährigen nach Jugendstrafrecht verurteilt werden (was laut Staatsanwaltschaft vermutlich der Fall sein wird), drohen ihnen maximal 15 Jahre Haft.

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