Legal Highs

Drogenbestellung per Mausklick

Sie werden als Badesalz deklariert und können gefährliche Folgen haben.

Sophia Kräge
Lesezeit 2 Min
Wundertüten mit mitunter tödlicher Wirkung: Legal Highs aus dem Online-Shop.

Wundertüten mit mitunter tödlicher Wirkung: Legal Highs aus dem Online-Shop.

© dpa

Bekannt seien bislang mehr als 500 solcher Rauschmittel - alle ungetestet. Das sei ein „wahnsinniges humanes Experiment weltweit”, sagte der Rechtsmediziner Thomas Daldrup. Mit Blick auf die Unfallgefahr forderte BADS-Präsident Peter Gerhardt, dass die Polizei Blutproben auch ohne richterlichen Beschluss anordnen können sollte. Wegen der Vielzahl an Stoffen ist aber auch der Nachweis noch problematisch. Die wichtigsten Fragen zu Legal Highs im Überblick:

Was sind Legal Highs? 

Legal Highs sind synthetische Drogen, die als legale Alternativen zu illegalen Drogen vermarktet und zu Rauschzwecken konsumiert werden. Meistens werden sie als Badesalze, Kräutermischungen, Lufterfrischer oder auch als Dünger getarnt im Netz angeboten. Sie enthalten häufig Rauschmittel, Stimulanzien oder ähnliche chemische Wirkstoffe. 

Welche Wirkung haben sie?

Konsumenten berichten von einer Art Rauschzustand, ähnlich wie bei THC, dem Wirkstoff von Cannabis. Die Wirkung sei allerdings ums 90-fache stärker. Als Folgeerscheinungen treten Angstzustände, Kopfschmerzen, Übelkeit, Herzrasen, Kreislaufprobleme, Kreislaufversagen und Ohnmacht, hohes Fieber sowie über Vergiftungen, Wahnvorstellungen und Psychosen, sowie Aggressionen und Selbstmordgedanken auf. 

Welche gesundheitlichen Folgen haben Legal Highs?

Der (Misch-)Konsum kann tödlich enden: Nach jüngsten verfügbaren Zahlen von 2015 sind in dem Zusammenhang 39 Todesfälle in Deutschland bekannt. Die Dunkelziffer dürfte weitaus höher liegen. Durch die immer wieder veränderte Zusammensetzung sind auch die Langzeitwirkungen noch nicht erforscht.  

Wie ist die Rechtslage zu Legal Highs in Deutschland?

Erwerb und Besitz sind straffrei. Seit Ende 2016 zielt das „Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz” - so heißen Legal Highs im Fachjargon - vor allem auf den Handel ab. Ralf Wischnewski von der Kölner Drogenhilfe berichtet, dass einige Online-Shops seitdem verschwunden seien. Andere Anbieter gäben an, nur legale Mischungen zu verkaufen. Es sei aber unklar, was genau sie verschicken. (mit dpa)

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