Schreckliche Krankheit

„Lebendig begraben“: Warum Leander (14) in einer Schallschutzkabine lebt

Seit Monaten lebt Leander wegen einer schweren Erkrankung abgeriegelt von der Außenwelt. Seine Kunstwerke berühren dennoch viele Menschen.

Foto von Autor/Autorin: Sylvia Martens
Lesezeit 5 Min
Leander hat vor längerer Zeit zum letzten Mal ein Selfie von sich geschossen. Die Zeichnungen sind das einzige Mittel, mit dem sich der 14-Jährige ausdrücken kann.

Leander hat vor längerer Zeit zum letzten Mal ein Selfie von sich geschossen. Die Zeichnungen sind das einzige Mittel, mit dem sich der 14-Jährige ausdrücken kann.

© privat

Ein Bett, ein Toilettenstuhl, eine kleine Bank. Mehr steht nicht in dem kargen, fensterlosen Raum, der für einen 14‑jährigen Jungen in Weimar zur ganzen Welt geworden ist. Keine Sonne, kein Wind, kein Lachen von draußen. Nur gedämpftes Licht, gedämpfte Geräusche, gedämpftes Leben. Seit fast einem Jahr verlässt Leander seine Schallschutzkabine nicht mehr – weil jeder Reiz zu viel sein kann. Und doch entstehen hier Bilder. Kraftvolle, tiefe, fast überirdische Zeichnungen aus einer Welt, die er selbst nicht mehr betreten kann. Eine Welt, die er nur noch in seiner Erinnerung und in seiner Fantasie bereist.

Berliner Kurier

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