In einer weißen Kuppel mit sechs Metern Höhe und zwölf Metern Durchmesser hatte die 30-Jährige ein Jahr ausgeharrt – und sich im Dienste der Wissenschaft mit ihren Crew-Mitgliedern gezofft und gelangweilt. Ganz im Sinne der Nasa, die testen wollte, wie man unter widrigen Umständen über lange Zeit auf engem Raum zusammenleben kann – denn eine Reise zum Roten Planeten könnte ein Jahr dauern, die ganze Mission sogar bis zu drei. Anvisiert wird das für die 2030er Jahre.
Künftigen Crews rät Heinicke vor allem eines: „Bringt etwas Sinnvolles mit, woran ihr arbeiten könnt. Einer eurer größten Feinde ist Langeweile.“ Außerdem müssten Teilnehmer bereit sein, sich auf andere einzustellen. „Wenn ihr dazu nicht fähig seid, solltet ihr nicht dabei sein.“ Klingt nach einem Sack voller Streit, der hinter ihr liegt.
Endlich wieder auf der Erde! Heinickes Mitstreiter verlassen nach 365 Tagen nacheinander ihre simulierte Raumstation auf Hawaii.
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Schon nach wenigen Monaten hätte es das immer gleiche Gezänk gegeben, vor allem über die Außeneinsätze und Gefahren. Das führte alle Teilnehmer an ihre Grenzen. Jeder Ausgang ins Freie mit Raumanzügen musste lange vorher geplant werden. Duschen durfte jeder 8 Minuten – pro Woche.
Während des Experiments hatte jeder Wissenschaftler seine eigene Forschungsaufgabe. Heinicke war für die Wassergewinnung aus Lavagestein zuständig. „Das ist wirklich möglich, würde auf dem Mars funktionieren.“ In einem Jahr gewann sie aus einem Quadratmeter Lavagestein rund 100 Liter. „Es schmeckte aber furchtbar.“ Weniger erfolgreich war der Tomaten-Anbau – die Stauden brachten nur 20 kleine Tomätchen hervor – für sechs Leute.
Deshalb freuten sich die Forscher nach einem Jahr Nudeln, Reis und Konserven besonders auf frisches Obst und Gemüse – und ein Bier (Ja, das gibt es auf Hawaii!). Und würde Christiane Heinicke solch ein Experiment noch mal mitmachen? „Ja, aber nur mit den richtigen Kameraden.“ Klingt fast schon nach Dschungelcamp...
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