Die „Stadtwerkstatt“ der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hatte für die Veranstaltung eine Art Markt auf dem Parkplatz zwischen Grunerstraße und Neuem Stadthaus aufgebaut. Die Resonanz war überschaubar, dafür äußerten die anwesenden interessierten Bürger sehr klare Meinungen.
Der Bauingenieur Hans-Karl Krüger, im Verein Forum Stadtbild engagiert, fürchtet „Eintönigkeit“. Denn auf den drei Flächen an der Grunerstraße, vor dem Neuen und dem Alten Stadthaus sollen die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften WBM und Degewo bauen. Um Kosten zu sparen, so meint er, könnten große, langweilige Blöcke entstehen. „Besser wäre es, wenn einzelne Grundstücke von Genossenschaften bebaut würden, damit etwas entsteht, das wegen der Kleinteiligkeit so beliebt werden könne wie Kreuzberg oder Nikolaiviertel.“
Bebauungsplan laut Stadtplaner überholt
Manfred Kühne, der für die Planung zuständige Senats-Abteilungsleiter, hält dagegen: 2020 werde man WBM, Planungsbüros und Bürger zusammenbringen, um zu klären, wie man Abwechslung im Erscheinungsbild und kostengünstiges Bauen vereinbaren kann.
Das stellt den freischaffenden Stadtplaner Eckhard Hasler nicht zufrieden. Er meint, dass der allen Planungen zugrunde liegende Bebauungsplan überholt sei: „Vor zehn Jahren wurde nicht über Verkehrswende und Klimaschutz geredet.“ Entsprechend sei die Grunerstraße, die bis 2022 an das Rote Rathaus verlegt werden soll, zu breit geplant, als dass man sich an ihr wohlfühlen könnte. Und tatsächlich nehmen die Planungen laut Kühne gewissermaßen Rücksicht auf Autolärm: Wohnungen sollen zur Grunerstraße hin nicht entstehen.
Der Kulturwissenschaftler Eberhard Elfert bemängelt, dass Kultursenator Klaus Lederer (Linke) und die diversen Kultureinrichtungen in der näheren und weiteren Umgebung nicht in die Planungen einbezogen seien. Ohne Beteiligung von Alter Münze, Ephraimpalais, Haus der Statistik oder Humboldt-Forum sieht er die Gefahr, dass sie unabgestimmt einzeln vor sich hin arbeiten.
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