Wetter-Horror

Land unter: Hier wird ein Pferd vom Dach gerettet!

Brasiliens Bundesstaat Rio Grande do Sul versinkt in Wassermassen – und es regnet weiter. Der Wiederaufbau wird Milliarden kosten.

Vh dpa
Lesezeit 3 Min
Feuerwehrleute transportieren ein Pferd auf einem Schlauchboot, nachdem sie es nach schweren Regenfällen von einem Dach gerettet haben.

Feuerwehrleute transportieren ein Pferd auf einem Schlauchboot, nachdem sie es nach schweren Regenfällen von einem Dach gerettet haben.

© Foto: Wesley Santos/AP

Nach außergewöhnlich heftigen Regenfällen im Süden von Brasilien kämpfen die Menschen in der Region gegen die Wassermassen. 113 Menschen kamen infolge des Unwetters bislang ums Leben, wie der örtliche Zivilschutz am Freitag mitteilte. Aber ein tapferes Pferd macht Hoffnung!

„Die Auswirkungen der Überschwemmungen und das Ausmaß der Tragödie sind verheerend“, schrieb der Gouverneur von Rio Grande do Sul, Eduardo Leite, auf der Online-Plattform X.

Wegen Überschwemmung: Pferd vom Dach eines Hauses gerettet

Seine Regierung gehe davon aus, dass für den Wiederaufbau mindestens (umgerechnet) 3,4 Milliarden Euro benötigt werden. Nach Angaben des Zivilschutzes wurden 756 Menschen verletzt und 146 sind weiterhin vermisst. Von dem Hochwasser seien mehr als 1,9 Millionen Menschen in 435 Ortschaften der Region betroffen. Über 400.000 Menschen hätten ihre Häuser verlassen und bei Angehörigen oder in Notunterkünften Schutz gesucht.

Besonders hart traf es Canoas. „Die Stadt ist zerstört worden. Von den 27 Gesundheitszentren haben wir 19 verloren. Von den fünf Bezirksapotheken sind vier zerstört“, sagte Bürgermeister Jairo Jorge im Fernsehsender Globo TV. „Alle Schulen wurden beschädigt, wir haben Infrastruktur und Sportzentren verloren und müssen alles wieder aufbauen.“

Der Bundesstaat Rio Grande do Sul versinkt in Wassermassen und es regnet weiter. Der Wiederaufbau wird Milliarden kosten.

Der Bundesstaat Rio Grande do Sul versinkt in Wassermassen und es regnet weiter. Der Wiederaufbau wird Milliarden kosten.

© Andre Penner/AP

Brasilien: Pferd flüchtet auf ein Hausdach - und wird gerettet! 

Im Kampf gegen die Fluten waren Tausende Feuerwehrleute und Katastrophenschützer im Einsatz. In Canoas retteten sie am Donnerstag ein Pferd, das auf dem Dach eines Hauses gestrandet war. Das Schicksal des Pferdes, das auf sozialen Netzwerken die Runde macht, wurde auf den Spitznamen ‚Caramelo‘ getauft. Ein Video erregte landesweit Anteilnahme, nachdem ein Hubschrauber eines Nachrichtensenders das Tier von oben gefilmt hatte, wie es auf dem Dach stand, umgeben von Wassermassen. Daraufhin kamen die Retter, die das Pferd betäubten und in einem Schlauchboot an Land fuhren.

Insgesamt brachten die Einsatzkräfte nach Angaben des Zivilschutzes über 70.000 Menschen und fast 1000 Tiere in Sicherheit. Der brasilianische Wetterdienst „Inmet“ teilte mit, dass bis Sonntag weitere starke Regenfälle und Unwetter in der Region niedergehen können. Brasilien litt zuletzt immer wieder unter extremen Wetterbedingungen. Ende 2023 litt das eigentlich feuchte Amazonasgebiet unter einer Jahrhundertdürre und extremer Hitze. Die Pegelstände vieler Flüsse sanken dramatisch, viele Tiere verendeten. ■

Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com

Lesen Sie mehr zum Thema