Ball der Debütanten

Länderspiel gegen die USA: Wenn’s läuft, spielt Union gegen Ex-Union

Kevin Behrens hofft auf DFB-Seite auf sein erstes Länderspiel, Lennard Maloney will das für die USA erleben. Köpenick ist der Punkt, der ihre Karrieren irgendwie verbindet.

BK
Lesezeit 3 Min
Beim 0:1 Ende September beim 1. FC Heidenheim bekam es Unions Kevin Behrens (M.) schon mit Lennard Maloney (l.) zu tun.

Beim 0:1 Ende September beim 1. FC Heidenheim bekam es Unions Kevin Behrens (M.) schon mit Lennard Maloney (l.) zu tun.

© Jan Huebner/Imago

Wenn Julian Nagelsmann am Sonnabend im Spiel der DFB-Elf in Hartford gegen die USA (21 Uhr, RTL) sein Debüt als Bundestrainer gibt, sind auch andere Premieren im Bereich des Möglichen. Und dabei könnte es dann eine echt irre Konstellation geben: Der 1. FC Union spielt in den Staaten gegen ehemals Union. Aber was heißt ehemals? Einmal Unioner, immer Unioner!

Was müsste passieren? Klar, Nagelsmann müsste Union-Stürmer Kevin Behrens (32) zu seinem ersten Spiel im Trikot mit dem Adler verhelfen. Und andersrum müsste sein Gegenüber, Gregg Berhalter (50), irgendwann auch auf Lennard Maloney (24) setzen. Kurios: Beide Kicker haben einen ähnlichen Werdegang.

Lennard Maloney wurde beim 1. FC Union ausgebildet

Behrens ging vor sechs Jahren noch unterklassig für den 1. FC Saarbrücken auf Torejagd, auch Maloney kommt aus den Tiefen des deutschen Fußballs und verbrachte die vergangenen Jahre auf der Überholspur.

Ausgebildet wurde der gebürtige Berliner in der Schmiede des 1. FC Union (2012 bis 2020), spulte sich der laufstarke Defensivstratege Kilometer für Kilometer nach oben, Woche für Woche überzeugte der Mittelfeldspieler seit seinem Transfer zum 1. FC Heidenheim – und könnte nun der erste Nationalspieler in der Geschichte des Bundesliga-Aufsteigers werden.

Den Cheftrainer Urs Fischer (r.) konnte Lennard Maloney seinerzeit in Köpenick nicht von sich überzeugen.

Den Cheftrainer Urs Fischer (r.) konnte Lennard Maloney seinerzeit in Köpenick nicht von sich überzeugen.

© Matthias Koch/Imago

„Seit er bei uns ist, spielt er herausragend“, sagte FCH-Coach Frank Schmidt nach der Länderspielnominierung und geriet ins Schwärmen: „Es ist unfassbar, was dieser Mensch und Spieler für eine Einstellung hat und dass er so bescheiden ist.“

US-Trainer schwärmt von Lennard Maloney

Im Sommer 2022 aus der Zweitvertretung des BVB an die Brenz gewechselt, beeindruckte der Malocher Fans und Kritiker auf Anhieb – und nun auch US-Nationaltrainer Berhalter. Dieser zeigte sich besonders vom „Teamplayer“ Maloney beeindruckt, von dessen „Emotionen und Leidenschaft“ auf dem Rasen: „Wie er seine Mitspieler beklatscht, wie er in die Zweikämpfe geht, er ist ein wirklich engagierter und teamorientierter Spieler.“

Motivieren, grätschen, rackern will Maloney auch für die USA. Gibt er sein Debüt gegen Deutschland? Maloney, Sohn eines amerikanischen Air-Force-Veteranen und einer deutschen Mutter, wäre auch mit dem Adler auf der Brust spielberechtigt. Doch das Herz des Berliners, der schon dreimal für deutsche U-Nationalteams auflief, „schlägt eher für die USA, das kann ich auch nicht erklären“.

Lennard Maloney trägt schon im Training stolz das Emblem des US-Verbandes auf dem Shirt.

Lennard Maloney trägt schon im Training stolz das Emblem des US-Verbandes auf dem Shirt.

© George Walker IV/AP

Seitdem er Fußball spiele, so Maloney, sei es „ein großer Traum“, für die USA aufzulaufen. Einmal trug er das amerikanische U20-Trikot, fünf Jahre ist das her. Nun hofft Maloney voller Vorfreude auf sein A-Debüt: „Dass es ausgerechnet gegen Deutschland geht, ist natürlich ein ganz besonderes Highlight.“

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