Kuschelpartner gesucht

Die Engel der verstoßenen Eichhörnchen

In diesem Jahr geraten besonders viele Baby-Nager in Not und brauchen Hilfe.

Stefanie Hildebrandt
Lesezeit 2 Min
Pssst, Josi schläft! Das Eichhörnchen schmuste schon als Baby mit seiner Ikea-Maus ...

Pssst, Josi schläft! Das Eichhörnchen schmuste schon als Baby mit seiner Ikea-Maus ...

© Verein Eichhörnchen Notruf

Auf’s Eichhörnchen kam Uta Boroevics durch Fred. Der kleine Nager kommt seit Wochen regelmäßig zur Inhaberin einer PR-Agentur auf den Hinterhof und veranlasste Boroevics und ihre Kollegin Christina Hopperdietzel zu Recherchen. Was fressen die Nager eigentlich? Wie könnten sie dem possierlichen Tier etwas Gutes tun?

... und will die schöne Gewohnheit auch gar nicht mehr ablegen.     

... und will die schöne Gewohnheit auch gar nicht mehr ablegen.     

© Verein Eichhörnchen Notruf

Boroevics lernt, dass Eichhörnchen in diesen Tagen einen zweiten Wurf zu versorgen haben. Doch die Hitze macht den Nagern das Leben schwer. „Viele Eicheln und andere Baumfrüchte sind dieses Jahr hohl.“ Und tatsächlich verputzt Fred die täglich aufgestellten Nüsse und Früchte dankbar.

Bei ihren Recherchen stößt Boroevics auch auf den Verein Eichhörnchen Notruf. 150 Auffangstationen, verteilt im ganzen Land, sind dort organisiert. In allen Stationen werden derzeit vermehrt kleine Eichhörnchen abgegeben, deren Eltern es nicht schaffen, sie großzuziehen. Auf die Frage, wie sie dem Verein ganz konkret helfen könne, bekommt Uta Boroevics eine unerwartete Antwort. „Kleine Ikea-Mäuse“, die würden beim jährlichen Treffen in Berlin Ende November unter allen Stationen verteilt, seien in diesem Jahr besonders begehrt.

PR-Frau Uta Boroevics (l.) und Christina Hopperdietzel sammeln Ikea-Mäuse für die Eichhörnchen.

PR-Frau Uta Boroevics (l.) und Christina Hopperdietzel sammeln Ikea-Mäuse für die Eichhörnchen.

© Thomas Uhlemann

Denn das Kuscheltier hat sich gut bewährt, wenn kleine Eichhörnchen aufgepäppelt werden müssen. Die Jungtiere brauchen es warm, da sie schnell auskühlen und ihre Temperatur nicht halten können. Sie brauchen Ruhe und Sicherheit, um sich geborgen zu fühlen. Im Nest der Eichhörnchen, dem Kobel, liegen die Jungtiere oft in einem Knäuel mit ihren Geschwistern. Bei krank aufgefundenen Tieren funktioniert das nicht. Also muss die Maus, die in etwa die gleiche Größe hat, als Ersatz her.

Uta Boroevics startete einen Aufruf im sozialen Netzwerk Facebook im Internet. Seitdem klingelt der Postbote täglich. Mal sind es mal zwei, mal zwanzig Mäuse. Auch Ikea in Lichtenberg hat schon zwanzig Stoff-Nager geschickt. „Bis Ende November sollen es 1500 sein, für jede Auffangstation zehn“, sagt Uta Boroevics.

Liebe Leser, wenn Sie auch eine Maus loswerden wollen, schicken Sie sie gern an: Uta Boroevics, Prenzlauer Promenade 175 in 13189 Berlin. 

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