Bei Nancy (35) und Gregor (37) im Hofbräu ist das Ausgeben von Schnaps ausdrücklich erwünscht.
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Bei Julia aus dem „Marcus Bräu“ gibt es in Eigenregie hergestellten Whisky- und Bierlikör.
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Für Ingo Wilkening ist wegen hoher Touristenzahl die „Kundenbindung“ der Stammgäste immens wichtig.
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Diana Schwarzbach (26) aus dem „Alten Fritz“
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Christian Gohl, stellvertretender Geschäftsführer im Hofbräu, hat eine klare Meinung. „Bei uns ist es gewollt, dass wir gerade bei großen Gruppen mal Kurze springen lassen.“ Das hebt die Stimmung, mancher bestellt daraufhin gleich eine Mass Bier extra. Absoluter Renner ist der Berentzen-Fruchtlikör „Rhabarber-Erdbeere“ (15%).
Ähnlich sieht es Ingo Wilkening (29) aus dem „Weihenstephaner“ am Hackeschen Markt. Für ihn dient Schnaps der Kundenbindung. 80 Prozent der Gäste kommen hier nicht aus Berlin, der Kampf um die verbliebenen Stammgäste ist im Amüsier-Kiez enorm. Der Serviceleiter: „Gern biete ich nach einem deftigen Essen unseren Enzian-Schnaps an.“
Was alle Gastronomen feststellen: Auch mittags wird schon zu Schnaps gegriffen. Nicht nur von denen, die freihaben. Laut einer aktuellen Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung werden mindestens 20 Prozent aller Arbeitsunfälle durch Alkoholgenuss verursacht. Vorsicht: Wer zu tief ins Glas schaut, könnte aus dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung fallen. Volltrunkenheit schließt den Versicherungsschutz aus.
Klar, die Wirte können nicht kontrollieren, wer noch in den Job zurück muss. Sie kämpfen um Gäste. Im „Marcus Bräu“ (Münzstraße) gibt’s deshalb in Eigenregie hergestellten Whisky- und Bierlikör. Chef Marcus Barkowsky: „Ist doch logisch, dass Touristen ihr Souvenir vor Kauf probieren möchten. Das ist kostenlos.“ Mathias Schramm, Geschäftsführer im „Alten Fritz“ (Karl-Liebknecht-Straße) hat sich für seine Gäste die „Genusskarte“ einfallen lassen. Ab dem zehnten Stempel gibt’s ein Getränk extra. Oft ein Schnaps. Dazu wird gern Kartoffelschnaps ausgegeben.
Mittags schon zehn Kurze intus: Holger (rotes T-Shirt) und seine Freunde sind schon zum zehnten Mal auf der Grünen Woche. Sie kamen mit einem Reisebus aus dem thüringischen Greiz, der erste Schnaps rutschte bereits 10.30 Uhr die Kehle herunter. Der 46-Jährige: „Wir probieren uns durch alle Hallen durch, viele der Köstlichkeiten bekommt man ja sonst nicht.“ Um 14 Uhr hatte ein Großteil der Gruppe bereits mehr als zehn Schnäpse gekostet.
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Schwestern auf „Probier“-Tour: Zwei wie Pech und Schnaps. Die Schwestern Nicole (25) und Silke (23) aus Bad Liebenwerda nippen an ihren Obst-Bieren, eins mit Mango- und eins mit Bananen-Geschmack. Nicht die ersten Getränke der beiden jungen Frauen. Auch ein Sekt war schon dabei, zwei kleine Schnäpschen (Haselnuss- und Zimt-Geschmack) und ein Eierlikör. Jeweils. „Wir genießen die Zeit zusammen. Und es schmeckt. Lecker hier!“
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Ein 90-Prozenter zum Mittag: Martin Braune aus Weißenfels ist ein Kerl wie ein Baum. Also trink er auch so. Kurz vor 13 Uhr hat er bereits zwei Hochprozenter in der Blutbahn. Einen Wodka und einen Kurzen, der es in sich hat. „Der Stand sah sehr ansprechend aus und die junge Frau dahinter hat wirklich nett gelächelt“, so der 18-Jährige aus dem Burgenlandkreis (Sachsen-Anhalt), „da musste ich zugreifen“. Und wie. Satte 90 Prozent hatte die klare Flüssigkeit in seinem Becher. Ein Rohdestillat. Für vier Euro pro 0,1 Zentiliter. Im Beisein der Reporter trinkt er den Schnaps, ein Foto dabei ist unmöglich. Trotz der vergleichbar geringen Menge entgleiten Martin die Gesichtszüge. Er sagt: „Das brennt im Rachen.“ Das Schild über dem Stand hatte er offenbar übersehen: „Nur für echte Männer“ stand darauf.
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Wodka wegen Wetter: Vor seiner Pensionierung war Joachim Heinemann (62, stammt aus der Nähe von Greifswald) Polizist. Einmal maß er bei einer Verkehrskontrolle 4,3 Promille bei einer Autofahrerin. „Davon bin ich weit entfernt“, lacht er den KURIER-Reporter an. Stimmt: 0,5 Promille hatte er laut Testgerät im Blut. Mittags. „Draußen war so schlimmes Wetter, da musste ich nach Ankunft erstmal einen Wodka in der Russland-Halle trinken.“ Es folgten ein Whiskey und ein Rotwein.
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Durstig bleibt keiner: Seine Runde hat Michael Wersig (50) genau im Blick. Seit mehr als einem Vierteljahrhundert kommt der Spandauer zur „Grünen Woche“. „Hier kann man sich herrlich durchkosten, für einen schmalen Taler. Man muss nur wissen, wo.“ Wo? Das ist zum Beispiel am sogenannten Kanada-Stand. Hier gibt es „Feuerwasser“ für 2,50 Euro (zwei cl), dazu die „Mooshead“-Bier für drei Euro. Wersig: „Durstig bleibt hier keiner.“
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