Sachen gibt's. Ein Einbruch mit ungewöhnlicher Beute beschäftigt das Amtsgericht Tiergarten. Weil er gemeinsam mit einem bislang unbekannten Komplizen hochwertige Perücken und Haar-Extensions gestohlen haben soll, muss sich ein 49-Jähriger vor Gericht verantworten. Der Fall wirkt auf den ersten Blick kurios – doch der materielle Schaden ist erheblich.
Diebstahl ging gezielt auf Haarprodukte
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Berlin sollen die beiden Täter im Juni 2020 gegen 23 Uhr in einen Friseursalon in Berlin-Schöneberg eingedrungen sein. Der Einstieg erfolgte demnach über eine Terrassentür. Im Inneren des Geschäfts hatten es die Täter nicht etwa auf Geräte oder Einrichtung abgesehen, sondern gezielt auf hochwertige Haarprodukte: Extensions und Perücken aus Echthaar im Gesamtwert von rund 115.000 Euro sollen gestohlen worden sein. Zusätzlich verschwand Bargeld aus der Kasse.
Die gestohlenen Waren bleiben bis heute verschwunden. Im Zuge der Ermittlungen konnten weder die Perücken noch die Extensions sichergestellt werden. Die Staatsanwaltschaft geht daher davon aus, dass die Beute weiterverkauft wurde oder anderweitig dem Zugriff der Behörden entzogen ist. Sie strebt nun die Einziehung des Wertes der entwendeten Gegenstände an, um den entstandenen Schaden zumindest finanziell auszugleichen. Das entsprechende Geld soll anschließend an den betroffenen Friseursalon zurückfließen.
Sylvie Meis zeigt 2025 ihre Extensions, also ihre künstliche Haarverlängerung.
© Breuel-Bild/IMAGO
Dass es überhaupt zur Anklage kam, ist einem anderen Verfahren zu verdanken: Der Beschuldigte wurde in einem separaten Diebstahlsfall gefasst und inhaftiert. Erst dadurch konnte die Berliner Staatsanwaltschaft die Ermittlungen im Fall des Salon-Einbruchs vorantreiben und abschließen. Nun wird sich der Mann wegen Diebstahls verantworten müssen – in einem Fall, der durch seine ungewöhnliche Zielwahl auffällt, zugleich aber erhebliche wirtschaftliche Folgen hatte.
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