KURIER lüftet das Geheimnis der Damen, die unsere Stadt verschönern

Zauberhaft: Die drei Feen von Berlin

MARCUS BÖTTCHER
Lesezeit 3 Min

Unsere Stadt ist schön. Gar keine Frage. Aber zugegeben, auch in Berlin gibt es graue, zubetonierte Ecken. Und die laden nicht unbedingt zum Verweilen ein, Pause macht hier keiner gerne. Damit sich das aber ändert, legen sich drei Frauen ganz besonders ins Zeug. Schönheits-Attacke auf Berlin. Der KURIER erzählt die Geschichten von "Wonder Beauty", Mayken und Heike Winter - die Berlin noch schöner machen.Na, sind sie Ihnen auch schon aufgefallen? Selbstgebaute Blumenkästen, gefüllt mit Männertreu und Kapuzinerkresse, das Logo "Wonder Beauty" aufgesprayt. Überall in der Stadt hängen die schmucken Kästen, an Ampeln und Straßenschildern. Aber was und wer steckt dahinter? Der KURIER lüftet das Geheimnis."Ich möchte die hässlichen Ecken dieser Stadt ein wenig schöner machen", verrät "Wonder Beauty". Ihr bürgerlicher Name: Anja Brogan, Installationskünsterlerin aus Mitte. "Eigentlich sollte das Projekt ja geheim und anonym bleiben." Eigentlich. Denn der KURIER kam ihr auf die Schliche.Die gebürtige US-Amerikanerin (lebt seit acht Jahren in der Hauptstadt) baut in Nacht- und Nebelaktionen die Kästen an riesigen Straßenkreuzungen auf. Zum Beispiel an der Karl-Liebknecht-Straße Ecke Torstraße. Oder am Rosenthaler Platz. Oder am Schiffbauerdamm. Blühendes Leben statt schmutziger Feinstaub."Ich habe schon gut 20 Stück aufgehängt. Leider wurden auch einige zerstört oder geklaut. Aber dann bringe ich eben neue an", lacht Brogan. Sie selbst bezeichnet sich als "Guerilla-Gärtnerin". "Ich will bunte, erfrischende Zeichen in das Grau der Stadt setzen. Mit einem künstlerischen Ansatz, ähnlich wie Graffiti-Sprayer". Bezaubernder Vandalismus eben.Mit einfachen Mitteln wie Sperrholz, Farbe, Erde, Samengut und Wasser hinterlässt Brogan ihren grünen Fingerabdruck - und die Sonne tut ihr Übriges. Aber die 30-Jährige überlässt nichts dem Zufall. Jede zweite Nacht zieht sie mit einer Gießkanne bewaffnet los, wässert ihre "Babys".Einziges Problem: "Ich fahre jetzt zwei Wochen in den Urlaub. Vielleicht finden sich ja Berliner, die die Blumen während meiner Abwesenheit gießen..."------------------------------HäkelfrauKunterbunte StrickereienPrenzlauer Berg - Auch Mayken aus Kopenhagen sorgt sich um unser Stadtbild. Dafür kommt sie extra aus Kopenhagen. Mehrmals im Jahr besucht die Dänin Berlin, geht hier auf Deko-Tour. Nichts ist vor ihren selbstgehäkelten, knallbunten Wollteilen sicher. Laternen, Straßenschilder, Haltestellen, Fahrradständer, Baumstämme - alles umwickelt mit flauschigem Ringel-Chick. "Es geht darum, meine Umgebung ein bisschen zu gestalten, sie augenzwinkernd schöner zu machen."------------------------------Blumenbeet-FrauEin Kiez liebt seine FeePankow - Vor wenigen Tagen berichtete der KURIER über Heike Winter (49). Die Frührentnerin verschönert die Forchheimer Straße mit liebevoll angelegten Baumbeeten. Trotz schwerer gesundheitlicher Probleme.Nach dem KURIER-Bericht bedankten sich noch mehr Nachbarn für ihre Aufopferung. "Ich schüttelte so viele Hände, die Leute strahlten mich an, Kinder spielen mit den kleinen Ton-Figuren. Das gibt mir so viel". Heike Winter bekommt die Freude zurück, die sie mit ihren Beeten gibt.------------------------------BU: An der Kreuzung Karl-Liebknecht-Str./Torstraße hängen drei Kästen.

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