KURIER-Interview mit Künast

Auf den Senat kann sich bei Flugrouten niemand verlassen

Grüne Spitzenkandidatin Künast greift im KURIER Wowi an.

Ronald Gorny
Lesezeit 3 Min
Renate Künast will sich für die Anwohner in Schönefeld einsetzen.

Renate Künast will sich für die Anwohner in Schönefeld einsetzen.

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KURIER: Warum werden die Müggelsee-Anwohner stärker mit Fluglärm belastet als Berliner im Westteil?
Künast: Berlin braucht einen leistungsfähigen Flughafen mit interkontinentalen Verbindungen. Aber eines muss klar sein: Belastungen müssen gerecht verteilt sein. Ost und West dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Aber das letzte Wort ist ja noch nicht gesprochen.

Sie machen da jetzt den Anwohnern Hoffnung ...
Vor einer endgültigen Entscheidung kommt ja noch das Umweltbundesamt. Die dortigen Experten werden ja nun die Lärmbelastungen durch die Routen überprüfen. Und von anderen Flughafenplanungen wissen wir: Das geschieht sehr sorgfältig und das Amt lässt sich Alternativrouten vorlegen. Deshalb ist es wichtig, dass Bürgerinnen und Bürger, die schon so viel erreicht haben, weiter dranbleiben. Auf den amtierenden Senat können sie sich ja nicht verlassen, das haben die vergangenen Monate gezeigt.

Bisher waren immer die Abflugrouten ein Reiz-Thema. Könnte dies auch bald für die Landerouten gelten?
Die Debatte um die Startrouten hat doch eins gezeigt: Hinter verschlossenen Türen kann man ein Projekt wie den Flughafen nicht betreiben. Ich will, dass endlich Transparenz herrscht über alle Faktoren dieses Projektes. Dazu gehören auch die Landerouten.

Bis nächsten Montag wollten sie mit ihrem Protest nicht warten: Eigentlich wird in Friedrichshagen montags gegen den Fluglärm demonstriert. Nach der Entscheidung versammelten sich aber schon Donnerstag mehr als 500 Menschen mit Kerzen und Laternen auf dem Marktplatz.

Bis nächsten Montag wollten sie mit ihrem Protest nicht warten: Eigentlich wird in Friedrichshagen montags gegen den Fluglärm demonstriert. Nach der Entscheidung versammelten sich aber schon Donnerstag mehr als 500 Menschen mit Kerzen und Laternen auf dem Marktplatz.

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„Sonnenallee“-Regisseur Leander Haußmann (52): „Es macht mich fuchsig, wie der Osten und der Westen gegeneinander ausgespielt werden. Trotz Müggelsee-Route: Ich bin alter Friedrichshagener, ich ziehe von dort nicht weg.“

„Sonnenallee“-Regisseur Leander Haußmann (52): „Es macht mich fuchsig, wie der Osten und der Westen gegeneinander ausgespielt werden. Trotz Müggelsee-Route: Ich bin alter Friedrichshagener, ich ziehe von dort nicht weg.“

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Bianca Arnold (71), Rentnerin aus Friedrichshagen: „Es ist eine Schweinerei, dass Herr Wowereit die Verlärmung der Wohngebiete im Südosten zulässt. Dank des Beschlusses wohnen mein Mann und ich nun direkt unter der Flugroute.“

Bianca Arnold (71), Rentnerin aus Friedrichshagen: „Es ist eine Schweinerei, dass Herr Wowereit die Verlärmung der Wohngebiete im Südosten zulässt. Dank des Beschlusses wohnen mein Mann und ich nun direkt unter der Flugroute.“

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Die wichtigsten Fluglinien des Flughafens Berlin-Brandenburg

Die wichtigsten Fluglinien des Flughafens Berlin-Brandenburg

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700 Jobs sind am künftigen Hauptstadtflughafen in Schönefeld zu vergeben.

700 Jobs sind am künftigen Hauptstadtflughafen in Schönefeld zu vergeben.

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Wann wird über ein Nachtflugverbot entschieden?
Wir Grünen stehen ohne Wenn und Aber für ein wirksames Nachtflugverbot und sind uns darin mit sehr vielen Berlinerinnen und Berlinern einig. Auch ein Flughafen mit guten internationalen Anbindungen funktioniert mit einem Nachtflugverbot. Wie das Nachtflugverbot konkret gestaltet wird, entscheidet das Bundesverwaltungsgericht voraussichtlich Ende September. Dann haben wir Klarheit.

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