"Ein Chaos"
„Es ist ein Chaos“, schimpft der Weltmeister-Trainer. Er klingt besorgt. „Es geht ja nicht um mich. Es geht um die Jungs und um Georg Bramowski, meinen Co-Trainer, der gute Arbeit macht.“ Die rund 540 Quadratmeter, in denen Boxring, Sandsäcke, Fitnessgeräte sowie Büroräume untergebracht sind, seien Sauerland zu teuer geworden. „Bisher haben sie acht Euro für den Quadratmeter bezahlt, jetzt sind es zehn“, sagt Wegner.
Aber das Profiboxen ist in Deutschland nicht mehr das, was es mal war. ZDF und ARD sind ausgestiegen, Sauerland muss kleinere Brötchen backen. Wie lange Kooperationspartner Sport 1 noch im Boot bleibt? Wer weiß das schon … „Dem Boxen geht es wie vielen Branchen“, findet Wegner. „Es ist kein System mehr drin, keine Struktur. Es sind zu wenig Fachleute am Werk. Mir tun die Jungs leid.“ Auch für „Herrn Sauerland“, für Wilfried (79), den Firmengründer tue es ihm leid: „Wir waren jahrelang weltspitze. Jetzt buddeln wir nur noch vor uns hin.“
Wegner, der einst Profiweltmeister wie Sven Ottke oder Markus Beyer formte und Amateurboxer wie Oktay Urkal und Thomas Ullrich zu Olympiamedaillen coachte, will sein Wissen gern weiter einsetzen, Boxer wie Abass Baraou, Albon Pervizaj, Leon Bunn, Araik Marutjan, Arman Torosyan oder Jack Paskali voranbringen, entwickeln, sportlich und menschlich führen. „Dafür würde ich am liebsten da oben bleiben. Das wäre die ideale Trainingsstätte“, sagt Wegner.
Auf Sponsorensuche
Mit „da oben“ meint er das Gym im Olympiapark. Vor einem Jahr hatte Wegner angekündigt: „Wird unsere Berliner Trainingsstätte geschlossen, kann ich unter diesen Bedingungen nicht weiterarbeiten.“ Jetzt kämpft er um den Verbleib des Gyms, „deshalb laufe ich jetzt hin und her, um Sponsoren zu kriegen“. Allerdings soll es für eine Nachnutzung des Berliner Sauerland-Gyms auch schon andere Interessenten geben.
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