Im Fadenkreuz des mutmaßlichen Spions stand laut Anklage vor allem SPD-Politiker Reinhold Robbe (62) - Ex-Bundestagsabgeordneter und Ex-Wehrbeauftragter. Als S.M. ihn ausgespäht haben soll, war Robbe Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft. Die Ermittler sind sicher: „Der Angeklagte wollte Ziele für mögliche Anschläge gegen israelische und jüdische Einrichtungen sowie deren Repräsentanten in Deutschland und Frankreich ausforschen.“ Drahtzieher sei die iranische Elitetruppe „Quds“ gewesen. Eine gefürchtete Spezialeinheit, „Todfeinde Israels und der Juden“.
Reinhold Robbe
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Haider S.M., der unscheinbare Mann aus Pakistan. 2012 kam er nach Deutschland, begann ein Ingenieurstudium, lebte zuletzt in Bremen. Nach Hinweisen auf Spionage klickten im Juli die Handschellen. Die Ermittler staunten nicht schlecht: Auf 27 Speichermedien fanden sie Beweismaterial. Insgesamt rund 2,5 Terrabyte – ausgedruckt wären das mehrere hundert Millionen Seiten! Als Späher soll S.M. zunächst einen Wirtschaftsprofessor in Paris ausgekundschaftet haben. Ab 23. August 2015 dann Reinhold Robbe.
Ein Verfassungsschützer (50): „Eine derart tiefgehende Ausforschung privater Lebensumstände ist mir noch nicht vorgekommen.“ Bewegungsprofile des Politikers. Anlaufstellen, Informationen über Verwandte und Bekannte, Termine gesammelt. Acht Objekte, darunter auch die SPD-Zentrale, habe S.M. ins Visier genommen und dicke Dossiers für den Geheimdienst des Mullah-Regimes angefertigt. Elf Power-Point-Präsentationen mit 950 Folien wurden entdeckt.
Den Fokus legte er laut Anklage vor allem auf Zufahrtswege, Sicherheitsvorkehrungen, Kameras und Polizeiwachen. Als Agentenlohn soll Haider S.M. mindestens 2052 Euro kassiert haben. Fortsetzung: Montag. KE.
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