Herrmann (Grüne) wird auch die Begrüßungsrede zur „Zukunftswerkstatt Modellprojekt Kontrollierte Abgabe von Cannabis“ halten. So umschreibt die Politik den geplanten – und umstrittenen – Coffeeshop am Görlitzer Park. Der soll jetzt von Experten und Bürgern genauer diskutiert werden. Dafür stellt Bürgermeisterin Monika Herrmann den ganzen Freitagnachmittag Räumlichkeiten im Rathaus zur Verfügung.
Themen der insgesamt vier Workshops werden Fragen sein, wie „Welche Auswirkungen kann eine Abgabestelle auf den Görlitzer Park und andere Orte haben?“ aber auch „Soll man dort auch Kaffee trinken dürfen?“. Auch die Preisgestaltung im legalen Kiffershop, Suchthilfe und Jugendschutz stehen auf der Tagesordnung. Als Auftaktredner fungieren Experten vom „Deutschen Hanf Verband“, einer Organisation, die sich für die Legalisierung von Cannabis einsetzt. Ansonsten darf jeder mitreden, der sich rechtzeitig per Mail zum „Coffeeshop-Workshop“ angemeldet hat. Bürgernahe Politik – prinzipiell begrüßenswert.
Das Modell ließe sich allerdings ausweiten. Denn Friedrichshain-Kreuzberg hat tausend Probleme, die die Bürger sicherlich gern diskutieren würden: Der Bezirk ist zu pleite, um Jugendclubs zu finanzieren und sogar um Kopierpapier zu kaufen (der KURIER berichtete). Beinahe täglich sorgen Vorfälle an der von Flüchtlingen besetzten Hauptmann-Schule für Aufsehen. Und die Bewohner der Kieze rund um die Warschauer Brücke und Simon-Dach-Straße in Friedrichshain ächzen unter Party-Touristen und Baustellenwahnsinn.
Man darf also gespannt sein, ob Herrmann die Rathaustüren nicht nur für die Kiffer, sondern auch für die „Zukunftswerkstatt Kopierpapier“ öffnet ...
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com