Gogia hatte eine unruhige Nacht. Ein schmerzvolle dazu. Immer wieder wurde er von der Szene aus der 58. Minute gequält. Ohne Feindeinwirkung – Martin Hinteregger stand in gebührender Entfernung Spalier – rutschte der 27-Jährige auf dem Kunstrasenstreifen neben dem Spielfeld aus, fiel dabei mit seinem gesamten Körpergewicht auf sein rechtes Knie und verdrehte sich das Gelenk voll. Tat schon beim Hinsehen weh!
Seine schlimmsten Befürchtungen wurden dann tags darauf wahr. Ein Besuch beim Spezialisten mit einhergehendem MRT bestätigte den schlimmen Verdacht: Kreuzbandriss! Hinrunde gelaufen für den aus Georgien stammenden Offensivspieler. Auf Krücken verließ er am Sonnabend die Alte Försterei, wurde von Kollege Christopher Lenz nach Hause chauffiert.
Ist das bitter! Da hatte Gogia sich gerade mühsam herangekämpft, nachdem er zu Saisonbeginn bei Trainer Urs Fischer nicht erste Wahl war. Gegen Eintracht durfte sich Gogia endlich einmal in der Startelf tummeln, nachdem er zuvor nur zu zwei Kurzeinsätzen gekommen war. Und nun das.
Fischer macht Gogia Mut
„Andy war immer nahe dran. Er hat immer gut trainiert. Wenn ich mich in den anderen Spielen anders entschieden habe, hat er das akzeptiert. Und klar war auch, das wusste Andy, dass er seine Chance bekommen wird, egal wann es sein wird! Ja, sie war halt am Freitag gegen Frankfurt. Und da war sein Auftritt eigentlich gut. Er war aktiv, er war auf dem Platz. Wenn man bedenkt, dass es sein erstes Spiel an von Beginn an war. Das spricht ja eigentlich für Andy“, lobte Trainer Urs Fischer Gogias unermüdlichen Kampfgeist.
Umso dramatischer natürlich, dass jetzt alles so enden musste. „Es ist nicht so einfach, positiv zu bleiben, wenn du so eine Diagnose bekommst. Ich denke, es ist wichtig, dass er so schnell wie möglich wieder ein Ziel vor Augen hat“, so Fischer weiter.
Trainer hat Möglichkeiten
Vor Rückrundenbeginn wird kaum wieder mit Gogia zu rechnen sein. Ein halbes Jahr dauert für gewöhnlich die Reha nach einem Kreuzbandriss. „Wenn die OP durch ist, kannst du wieder nach vorn blicken. Dann beginnt ja eigentlich sofort die Reha“, hofft Fischer darauf, dass sein Flügelflitzer nicht zu lange Trübsal bläst und mehr als normal ins Grübeln kommt.
Selbst kommt Fischer aber erst einmal nicht ins Grübeln. Zumindest, was den Ausfall von Gogia für sein Team bedeutet. „Wir haben immer noch genügend Alternativen“, merkte der Schweizer mit dem Verweis auf Marius Bülter, Joshua Mees, Florian Flecker und Sheraldo Becker an.
Wenn Suleiman Abdullahi – ebenso wie auch Christopher Lenz – kommenden Woche wieder ins Training einsteigen kann, wäre das dann sogar ein Quintett für zwei Positionen.
So bitter das alles persönlich für Gogia ist, Fischer als Trainer hat noch Möglichkeiten.
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com