Die 14-Jährige wünscht sich nur eins: Mit Mama, Papa und den fünf Geschwistern noch einmal verreisen. Weg vom Trubel, weg von den schlechten Nachrichten. Einfach mal Ruhe.
„Ich möchte gern nach Zingst. Dort waren wir vor zwei Jahren alle gemeinsam“, erzählt Lydia. Sie will mit ihren zwei Schwestern und drei Brüdern am Strand toben, Wellen beobachten und Muscheln suchen. „Die Knallerei zu Silvester finde ich schrecklich laut. Auch deshalb möchte ich weg aus Berlin“, erklärt das Mädchen, das seine schönen langen Haare durch die Chemo verloren hat.
Lydia liebt die Natur, vor allem Pferde. Wenn sie durch die Behandlungen nicht zu schlapp ist, fährt sie mit ihrem Vater nach Lübars. „Ich stehe dann an der Koppel und schaue den Pferden zu“, erzählt Lydia. Reiten darf sie nicht. „Mein Rücken würde zu sehr belastet“, weiß sie. Zu Hause liest sie am liebsten Bücher über Pferde oder hält über „WhatsApp“ Kontakt zu Freunden. „Wenn meine Blutwerte schlecht sind, dürfen sie mich nicht besuchen. Ich könnte mich anstecken.“
Bis März besuchte Lydia das Bertha-von-Suttner-Gymnasium in Reinickendorf. Seitdem bestimmten Krankenhaus und Therapien ihren Stundenplan. Vor zwei Wochen wurde der aggressive Tumor an ihrer rechten Hand am Klinikum Buch entfernt. „Die Sozialarbeiterin wollte einen Privatlehrer für mich organisieren“, sagt die Schülerin. „Nichts ist passiert. Auch das Schulamt hat sich bei uns nicht gemeldet“, ärgert sich Vater Roman. Der arbeitslose Schornsteinfeger kämpft für seine Tochter. „Ich habe Lydia noch nicht aufgegeben“, betont er immer wieder.
Er glaubt fest daran, dass alternative Heilmethoden seiner Lydia doch noch helfen können. Weil es heißt, Zucker lasse Krebszellen schneller wachsen, verzichtet die 14-Jährige freiwillig auf Schokolade, Kakao und Cornflakes. „Das fällt mir echt schwer, gerade jetzt.“ Die Familie klammert sich an jeden Strohhalm. Doch für alternative Medizin, wie zum Beispiel eine Misteltherapie fehlt das Geld. Wenn Sie helfen wollen: Lydia Heit, Konto: 601 634 5308, BLZ: 100 500 00.
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