Dieser Kompromiss hatte sich bereits vor einigen Tagen angekündigt. Eine andere Idee, mit der Pop an die Öffentlichkeit getreten war, wurde hingegen nicht weiter verfolgt. Um angesichts wachsender Kritik an Günthers Plan die Lage zu entspannen, hatte sie am Freitag vorgeschlagen, dass Kirchner Staatssekretär bleibt. Für Streese könnte eine neue Chefstelle geschaffen werden, sagte sie. Doch auf diese Degradierung noch vor Amtsantritt wollte sich Streese dem Vernehmen nach nicht einlassen.
Seitdem sie mit dem Start der rot-rot-grünen Koalition Ende 2016 ihre Ämter angetreten haben, gilt das Verhältnis zwischen Regine Günther und Jens-Holger Kirchner als angespannt. Kurz nachdem Kirchner im Juli 2018 den ersten Klinikaufenthalt antrat, habe Günther bereits laut über eine Nachfolgeregelung spekuliert, hieß es aus dem Umfeld des Staatssekretärs.
Vor rund zwei Monaten gab es auf Einladung Günthers interne Treffen, um die Lücke zu schließen. Die krankheitsbedingte Vakanz sollte vorübergehend mit einer auswärtigen Fachkraft besetzt werden, in Bundesverbänden wurden mögliche Kandidatinnen und Kandidaten angesprochen. Doch für einen Interimsposten habe sich niemand gefunden. Zugleich sei die Belastung für die Senatorin und für Staatssekretär Stefan Tidow (Grüne) immer größer geworden. Themen blieben liegen. Darum musste eine Entscheidung getroffen werden, wurde in Senatskreisen bekräftigt. (BK)
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