Vier Stammzellen-Injektionen, jeweils unter Vollnarkose, hat das Mädchen jetzt hinter sich. Jeden Tag gibt es Bewegungstherapie, Akupunktur und andere anstrengende Behandlungen in der Klinik. Trotzdem – oder gerade deshalb – blüht Lotta in Thailand richtig auf.
Ihre Krankheit, eine sogenannte spastische und spinocerebelläre Ataxie, greift die Nerven an. Zuletzt konnte Lotta kaum noch sehen und war wackelig auf den Beinen. Doch neue Fotos zeigen Lotta und Mutter Sandra Rathgeber (34) ausgelassen und abenteuerlustig auf einem Ausflug in Chinatown, dem quirligen Chinesenviertel. Geschieht hier etwa ein kleines Wunder?
Beim Tempel-Besuch macht Lotta große Augen. Mutter Sandra Rathgeber trägt sie auf dem Arm.
© Sandra Rathgeber
„Lotta macht jeden Tag mehr Fortschritte“, schreibt Sandra Rathgeber in ihrem Internet-Tagebuch. Die Augen der Tochter seien besser geworden, der Gang sicherer. Lotta könne inzwischen längere Wegstrecken laufen. „Zuerst haben wir uns einen Tempel angeschaut“, berichtet Sandra Rathgeber über den Chinatown-Ausflug. Dann seien die Shops und Garküchen in den Straßen an der Reihe gewesen. „Kulturschock hoch 10“ – aber auch ein glücklicher Tag.
Bis die in Deutschland nicht verfügbare Stammzellen-Therapie ihre Wirkung voll entfaltet, können noch einige Monate vergehen. Die thailändischen Ärzte des Better Being Hospitals haben der Mutter versichert, dass es vor allem bei der Sehkraft gute Besserungschancen gibt. Beeindruckt ist Sandra Rathgeber von den Bewegungstherapeuten. „Ich habe hier gesehen, was es heißt, richtig zu fördern“, schreibt sie. Die in der Klinik gelernten Übungen will sie in Deutschland selbstständig mit Lotta weitermachen.
Lotta hat die Klinikstation in Thailand voll im Griff: Sie albert liebend gern mit dem Personal herum.
© Sandra Rathgeber
Jetzt neigt sich der dreiwöchige Thailand-Aufenthalt dem Ende zu. Der Rückflug nach Berlin ist für heute geplant. „So groß die Freude auf zu Hause auch ist, so sehr schmerzt der Abschied“, schreibt die Mutter. Die Zeit sei wundervoll gewesen: „Wir gehen mit neuem Mut und neuer Hoffnung nach Hause.“ Nächsten Monat soll Lotta in eine neue Kita kommen.
Unterstützer wollen für eine Fortsetzung der Therapie sammeln
Doch so zuversichtlich das alles klingt: Für Lotta wird es keine Heilung, sondern im bestem Fall einen zeitlichen Aufschub geben. „Niemand weiß, wie viel Zeit uns bleibt“, schreibt Sandra Rathgeber. Lottas extrem seltene Krankheit führt in aller Regel zu einem frühen Tod.
Es liegt der Mutter am Herzen, sich bei allen Spendern zu bedanken, die Lottas 30.000 Euro teure Behandlung ermöglicht haben. Unterstützer wollen jetzt für eine Fortsetzung der Therapie sammeln und eine zweite Asienreise ermöglichen.
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