Es gibt Absender, bei denen sinkt die Laune schon beim Blick auf den Umschlag. Kraftfahrt-Bundesamt, Flensburg. Wer das liest, denkt an Punkte, an Fahrverbot, an irgendetwas, das Geld kostet. Diesmal ist es harmloser. In dem Brief geht es um den Kilometerstand.
Zwei Zahlen, fünf Minuten, freiwillig
Hintergrund ist die Fahrleistungserhebung 2026 im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums, koordiniert von der Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen. Die Behörde will wissen, wie viele Kilometer in Deutschland tatsächlich gefahren werden.
Dafür sollen Autofahrer den Tachostand an einem festgelegten Stichtag notieren und einige Wochen später ein zweites Mal. Aus der Differenz errechnen Statistiker die Fahrleistung. Weitere persönliche Angaben werden nicht abgefragt.
So dürfte der Brief aus Flensburg in etwa aussehen.
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Die Verbraucherzentrale beziffert den Aufwand auf fünf Minuten. Möglich ist beides, online oder per Post. Der Rückumschlag ist portofrei. Und das Wichtigste vorweg: Mitmachen muss niemand. Die Befragung ist ausdrücklich freiwillig. Es drohen weder Mahnungen noch Bußgelder, wenn man den Fragebogen liegen lässt.
Auch der E-Scooter kann gemeint sein
Angeschrieben werden längst nicht nur Autofahrer. Ausgewählt werden zufällig alle möglichen Halter zugelassener oder versicherter Fahrzeuge: Motorräder, Fahrzeuge mit Versicherungskennzeichen, E-Bikes, E-Scooter, Segways und sogar Krankenfahrstühle.
Wer also einen Roller in der Garage stehen hat und plötzlich Behördenpost aus Flensburg bekommt, hält das vermutlich erst mal für einen Irrtum. Ist es nicht. Rund 200.000 Halter werden bis 2027 in mehreren Wellen angeschrieben. Die Ergebnisse sollen Ende 2028 veröffentlicht werden.
Wie Sie einen Betrugsversuch erkennen
Man könnte meinen, hier versucht jemand, an Daten zu kommen. Die Verbraucherzentralen widersprechen ausdrücklich: Das Schreiben zur Fahrleistungserhebung ist seriös.
Sie raten trotzdem, jeden Brief genau zu prüfen, weil Kriminelle Behördennamen und laufende Aktionen regelmäßig für Betrugsversuche missbrauchen. Und eine Aktion, bei der 200.000 Menschen amtliche Post erwarten, ist für Trittbrettfahrer eine Steilvorlage.
Wie viele Kilometer stehen auf Ihrem Tacho? Das will das Kraftfahrt-Bundesamt aktuell wissen.
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Vier Merkmale nennt die Verbraucherzentrale. Absender ist immer das Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg selbst, auf dem Umschlag wie im Briefkopf. Im Schreiben steht eine persönliche, mehrstellige Referenznummer. Der Link zur Online-Teilnahme führt direkt auf kba.de. Jede abweichende Adresse ist ein Fälschungsversuch. Und oben rechts steht das Kennzeichen eines Fahrzeugs, das tatsächlich auf den Empfänger angemeldet ist.
Dazu kommt das entscheidende Merkmal: Echte Post vom Kraftfahrt-Bundesamt verlangt niemals Geld und fragt niemals nach Bank- oder Kreditkartendaten. Wer danach gefragt wird, hat eine Fälschung in der Hand. Dann gilt: nichts preisgeben, nicht antworten, notfalls die Polizei einschalten.
Wer die Kilometerstände am Ende sieht
Bleibt die naheliegendste Sorge: Landen die Zahlen bei der Versicherung oder beim Finanzamt? Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts nicht.
Für die Befragung gilt die Datenschutz-Grundverordnung. Die Daten dienen ausschließlich der statistischen Auswertung. Spätestens drei Monate nach Abschluss der Befragung sollen personenbezogene Daten gelöscht werden. Versicherer, Finanzämter und Polizei bekommen keinen Zugriff auf einzelne Kilometerstände, gegenüber Dritten liegen die Angaben nur pseudonymisiert oder anonymisiert vor.
Zuletzt wurde 2014 gefragt
Solche Erhebungen macht der Bund nur alle paar Jahre, die vorige lief 2014. Was dabei herauskommt, fließt später in Verkehrsplanung, Unfallforschung und die Berechnung von CO₂‑Emissionen ein.
Man muss davon nichts halten. Man kann den Brief ungeöffnet in die Ablage legen, ohne dass irgendetwas passiert. Nur ist es eben eine der wenigen Gelegenheiten, bei denen Post aus Flensburg nichts kostet.
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