Kostet uns der Streit den Titel? Vor dem Halbfinale gegen Spanien bekommt die Harmonie im DFB-Team Risse

Der Machtkampf um die Kapitäns-Binde

BK
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Durban - Musste das sein? Gibt es gerade nichts Wichtigeres zu tun? Ausgerechnet vor dem Halbfinale heute gegen Spanien (20.30 Uhr/ARD) riecht es gehörig nach Stunk im bislang äußerst harmonisch daherkommenden deutschen Lager. Die Abreise von Michael Ballack nach einem vorausgegangenen Interview von Philipp Lahm und Watschen durch Bernd Schuster sorgen für mächtig Wirbel.Gefährdet das alles jetzt die Mission "Vierter Stern"? Was hat Lahm dazu bewogen, ausgerechnet jetzt seinen Anspruch auf die Kapitäns-Binde auch nach der WM zu erheben? "Freiwillig gebe ich sie nicht ab", hatte der WM-Spielführer verkündet. Ein weiterer Schlag ins Gesicht des "Capitano", der tags zuvor schon von Bernd Schuster runtergemacht wurde. "Ballacks Ausfall war ein großer Glücksfall", hatte der Europameister von 1980 genau das verkündet, was jeder gedacht hatte und nur keiner auszusprechen wagte.Die plötzliche, um nicht zu sagen überstürzte, Abreise von Ballack, offiziell aufgrund fehlender Reha-Möglichkeiten, erscheint kaum als Zufall. Noch vor der WM war Lahm wie selbstverständlich davon ausgegangen, dass Ballack in der kommenden Saison wieder in Amt und Würden sein werde. Doch diese Mannschaft hat sich im Turnierverlauf emanzipiert. Hinter Lahm steht der Mannschaftsrat mit Arne Friedrich, Per Mertesacker, Miroslav Klose und Mittelfeld-Boss Bastian Schweinsteiger. Ballack wirkte bei seinem Besuch wie ein Staatschef auf Stippvisite. Wie ein Fremdkörper in dieser Rasselbande. Hat er sich wirklich damit einen Gefallen getan, vor Ort Zaungast zu spielen? Beim Jubel nach dem 4:0 gegen Argentinien bildeten die Spieler einen Kreis, Ballack mit den Funktionären einen anderen.Sah Lahm nun die innere Geschlossenheit des Teams gefährdet durch Starkult und Nebenkriegsschauplätze? Und wollte dem nur vorbeugen? Einiges deutet darauf hin, denn der Sprengkraft seiner Worte ist sich der Münchner wohl bewusst, seit er im Herbst vorigen Jahres ein aufsehenerregendes Interview zur Lage des FC Bayern (Stichwort fehlende Strategie) führte. Was zwar inhaltlich begrüßt, dennoch aber als deplatziert empfunden wurde.Nun müssen die jungen Wilden heute gegen Spanien zeigen, dass sie sich nicht ablenken lassen wollen. Eine Pleite im Halbfinale und es kracht richtig. Denn das Gegenteil von gut ist gut gemeint ...------------------------------BU: Vorbei die Zeit, da sich Michael Ballack (l.) und Philipp Lahm in die Augen sahen.

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