Korruptionverdacht

BAMF-Skandal wirkt wie ein Brandbeschleuniger

Es geht um Unfähigkeit, falsche Nachsicht und mögliche Bestechung der Behörden.

Michael H. Spreng
Lesezeit 2 Min
Der Skandal um das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) heizt die Stimmung in Deutschland weiter auf.

Der Skandal um das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) heizt die Stimmung in Deutschland weiter auf.

© imago/STPP

Es ist wie eine Verschwörung gegen Mitmenschlichkeit und Toleranz. Zur ohnehin massiven Hetze gegen Flüchtlinge und den Islam kommen jetzt auch noch Unfähigkeit, falsche Nachsicht und mögliche Bestechung der zuständigen Behörden dazu.

Der Skandal um das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) wirkt wie ein Brandbeschleuniger in der aufgeheizten Stimmung in Deutschland. Für alle Überfremdungsschwätzer ist es wie eine Bestätigung, dass in Bremen offenbar Tausende von Flüchtlingen, denen kein Asylstatus zustand, die begehrten Papiere erhielten. Und das reicht offenbar noch nicht: Die Behördenchefs wussten schon lange von diesem Skandal, ohne ihn öffentlich zu machen.

Jetzt hilft nur noch Transparenz

Eine unerschrockene Mitarbeiterin, die den Skandal nach oben an Horst Seehofers Staatssekretär Stephan Meyer meldete, musste erleben, dass ihre Mitteilung erst einmal auf dem Dienstweg unterging. Und der Name des Ministers ist natürlich Hase. Er wusste von nichts. Der Skandal befeuert eine Stimmung, die geprägt ist von AfD-Hetze („Kopftuchmädchen und andere Taugenichtse“) und unverantwortlicher CSU-Polemik gegen Muslime („Der Islam gehört nicht zu Deutschland“) und Anwälte („Anti-Abschiebe-Industrie“).

All dies zusammen hat inzwischen dazu geführt, dass „Flüchtlinge“ und „Asyl“ fast schon als Schimpfwörter gelten. Und das in einem Land, das immer stolz auf sein im Grundgesetz verankertes Asylrecht war. Jetzt helfen nur noch völlige Transparenz und personelle Konsequenzen. Aber auch das kann nicht mehr verhindern, dass sich das gesellschaftliche Klima Tag für Tag zum Schlechteren verändert

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