In der Nacht zu Sonntag macht sich Wachmann Blendi G. gut gelaunt von seiner Arbeitsstelle, einem Kleidungsgeschäft in der Friedrichstraße, auf den Weg zu einer Verabredung mit seiner langjährigen Lebensgefährtin. „Sie wollten auf den Weihnachtsmarkt an der Bismarckstraße gehen“, so ein Kollege des gebürtigen Albaners G. zum KURIER. Doch dort kommt er nie an.
Täter erschießt sich selbst
Als der 47-Jährige gegen 20.45 Uhr durch die Charlottenburger Rückertstraße, ganz in der Nähe des Weihnachtsmarktes, läuft, tritt plötzlich ein 60-jähriger Mann aus einem Hauseingang. In der Hand hat er eine silberne Pistole. Die hält er Blendi G. vor das Gesicht – und drückt dann ab, immer und immer wieder. Von mehreren Kugeln im Kopf getroffen, sinkt der 47-Jährige G. zu Boden und stirbt vor Ort.
Anstatt zu fliehen, setzt sich der ebenfalls aus Albanien stammende Killer auf eine Treppe im Hauseingang, richtet die Waffe gegen sich selbst und drückt erneut ab. Er stirbt wenig später im Krankenhaus.
Verletzter Stolz
Das Mordmotiv des Mannes: Verletzter Stolz und ein gebrochenes Herz. Wie es aus Kreisen der Staatsanwaltschaft gestern hieß, habe Blendi G. seinem späteren Killer bereits vor geraumer Zeit eine Frau ausgespannt.
Jahrelang trug der Gehörnte die in seinem Kulturkreis nur schwer zu ertragende Schmach mit sich herum. Dann erfuhr er vor wenigen Wochen, dass er unheilbar krank war und ohnehin nicht mehr lange zu leben hatte.
Daraufhin habe er laut Ermittlungsbehörden den Plan gefasst, die alte Rechnung zu begleichen. Und den verhassten Nebenbuhler mit in den Tod zu nehmen.
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