Kopf hoch, Union

Eine Niederlage, die trotzdem fortschrittlich ist

Die Eisernen werten die Pleite in Leipzig als einen Schritt in die richtige Richtung.

Mathias Bunkus
Lesezeit 3 Min
Trotz Niederlage gibt es für Unions Spieler in Leipzig auch Lichtblicke.

Trotz Niederlage gibt es für Unions Spieler in Leipzig auch Lichtblicke.

© AFP

„Es ist ja normal, dass man nach der Winterpause nicht das größte Feuerwerk abruft. Aber wir haben einen Rückstand wettgemacht, gegen eine Mannschaft, die nicht so einfach zu bespielen ist. Union verliert selten mit mehr als einem Tor. Es war schon ein hartes Stück Arbeit“, lobte Nagelsmann den Auftritt der Eisernen.

Für gewöhnlich präsentiert Urs Fischer bei solchen Gelegenheiten ein leicht gequältes Lächeln. Lob vom Gegner bei Punktverlusten haben den Schweizer Fußballlehrer noch nie so wirklich erfreut. Schlussendlich zählen die Punkte, keine Komplimente. Doch diesmal zeigte sich Unions Trainer merklich gefasst. Weil er tief im seinen Inneren wohl nicht wirklich mit dem angestrebten Coup gerechnet hatte. Und weil, zweitens, er seiner Mannschaft keinen großen Vorwurf machen konnte. „Ich habe ein tolles Spiel meiner Jungs gesehen. Sie haben über 90 Minuten alles versucht, aber mehr war nicht drin.“

Was nicht heißt, dass der 53-Jährige sich mit der nunmehr dritten Niederlage in Folge anfreunden wollte. Aber seine Herangehensweisen ist nun einmal stets von einem pragmatischen Realismus gekennzeichnet.

Dabei hätte man den hohen Favoriten sogar ein Stück weit mehr ärgern können. Wozu es natürlich ein wenig mehr des Matchglücks bedurft hätte. Oder anders ausgedrückt noch ein Stückchen weit mehr Cleverness an den Tag hätte gelegt werden müssen. Vor allem nach dem Wiederanpfiff nach der Pause, als Union Leipzig den schnellen Doppelschlag durch Timo Werner (51,) und Marcel Sabitzer (57.) zugelassen hatte.

Zum Unmut von Fischer: „Die beiden Gegentore war nicht zwingend. Da habe ich andere Aktionen aus der ersten Hälfte im Kopf, die waren viel zwingender. Selbst nach dem Ausgleich hatten wir ja noch die Gelegenheit in Führung zu gehen“, meinte Fischer, der den Sieg der Hausherren aber 90 Minuten als „verdient“ bezeichnete.

Leipzig ist eben ein ganz anderes Kaliber als die Restkonkurrenz. Wozu es eigentlich nicht mehr des samstäglichen Spiels als Beweises bedurft hätte. Der wieder einmal sehr präsente Christian Gentner brachte es auf den Punkt: „Man muss anerkennen, dass Leipzig eine Nummer größer war.“

Trainer Urs Fischer lobt trotzdem: „Wir sind mutig geblieben. Haben uns nicht verunsichern lassen. Auch nach dem 1:2 Rückstand. Haben auch nach dem Ausgleich versucht Chancen zu kreieren, weiter nach vorne verteidigt. Von daher nehmen wir auch positive Dinge mit nach Berlin“, so Fischers Schlussfazit. 

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