„Die hohe Unfallquote in diesem Bereich liegt nicht an den Radwegen, die sind breit genug“, sagt Einsatzleiterin Sandy Lucius (35). „Fahrradfahrer auf der Straße des 17. Juni überqueren die Bachstraße bei Rot. Auto- und Lkw-Fahrer vergessen den Schulterblick.“ Die Folge: Seit Januar 2015 sind hier bereits drei Fahrradfahrer schwer verunglückt.
Darum ziehen die Polizisten Radler und Autofahrer im Minutentakt aus dem Verkehr. „Eine 42-jährige Frau ist bei Rot von der Bachstraße nach rechts in die Straße des 17. Juni abgebogen. Sie hat den Verstoß nicht zugegeben“, erzählt Polizist Helmut Henze (53). Doch Abstreiten hilft nichts: Sie muss 90 Euro zahlen und bekommt einen Punkt in Flensburg.
Studentin Angelina (24) sieht ihren Rotlicht-Fehler ein: „Das wird nicht wieder vorkommen!“
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Elektrotechnik-Student Johannes (24) soll bei Rot gefahren sein. „Es war gelb“, sagt er.
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Eine gefährliche Ecke: An der Straße des 17. Juni Ecke Bachstraße kommt es immer wieder zu schweren Unfällen zwischen Auto und Radler.
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Halt! Stopp! Fahrrad-Rambos hatten bei der gestrigen Kontrolle keine Chance. Zwei Polizisten waren in Zivil unterwegs.
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Auch der Elektrotechnik-Student Johannes (24) wehrt sich: „Ich möchte einen Foto-Beweis. Ich bin bei Gelb gefahren“, versichert er den Beamten. Zum Präventionsstand über den toten Winkel will er nicht mitkommen. „Der interessiert mich einen trockenen Furz.“ Doch Johannes muss auch ohne Foto-Beweis 60 Euro Bußgeld zahlen, einen Punkt in Flensburg gibt’s gratis dazu.
Die Bilanz der Kontrolle: 28 Radler und vier Autofahrer sind innerhalb von vier Stunden bei Rot über die Ampel gefahren.
„Die Radler müssen mehr auf sich achten“, fordert Sandy Lucius. „Ihnen muss bewusst werden, dass sie im toten Winkel nicht gesehen werden.“
Übrigens: Sechs Fahrradfahrer sind in Berlin seit Jahresbeginn tödlich verunglückt.
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