„Schmeckt wie Fleisch!“, antwortet Testesser und Imbiss-Kenner Ziervogel (51) bei seinem ersten Biss in den Vegan-Döner. Normalerweise ist der Spross der berühmten Konnopke-Dynastie eher fixiert auf fleischige Snacks. Für den KURIER wagt er sich auf neues Terrain und testet das Speisenangebot von Berlins erstem veganen Biergarten „Wilder Hase“. Und, wer hätte das gedacht, Ziervogel kommt aus dem Schwärmen gar nicht mehr raus. „Super! Kein fettiger Fleischgeruch und kein strenger Knoblauchduft.“
Seit Anfang Mai können Gäste in der fleischfreien Version der Gemütlichkeit, gleich neben dem Berghain in der Helsingforser Straße, Platz nehmen. Das heißt neben Bier und Brez’n auch Döner – nur eben alles vegan. Die Idee hier ausgerechnet derartige Speisen anzubieten lag nah, da die beiden Gründer Veit Schnetker (42) und Koch Christoph Rupprecht (32) überzeugte Anhänger des Trends sind.
Vor Ort sieht alles noch etwas provisorisch aus. Imbisswagen umringt von Sitzecken, Toilettencontainer und zwei zusätzliche Mitarbeiter. Auch die Karte wirkt übersichtlich: Döner, Brezel und zwei Arten von Kuchen. Einzig die Getränkeauswahl fällt üppiger aus. „Das Angebot mit Drinks und Speisen soll noch erweitert werden. Wir experimentieren noch ein bisschen rum.“
Die Preise sind szenetypisch verträglich, ein paar Cent über den üblichen Kosten (Döner: 4,50 Euro/Stück Kuchen 2,50 Euro). Schnetker dazu: „Qualität und Frische kostet nun mal ’nen Euro mehr!“ Kundenpotenzial gibt es in der Stadt jede Menge. Mittlerweile existieren über 270 Restaurants, Bistros oder Cafés, die vegane Speisen anbieten. Tendenz steigend! Der Bund der Vegetarier (Vebu) schätzt die Anzahl der in der Stadt lebenden Veganer auf bis zu 100.000.
Ziervogel selbst übernahm in seinem Restaurant „Kult-Curry“ die veganen Varianten der Currywurst (KURIER berichtete). Der Branchenkenner prophezeit dem Biergarten (er ist hieran nicht beteiligt!) eine rosige Zukunft. Sein abschließendes Fazit: „Die Idee auf der ,Flaniermeile Friedrichstraße’ und die Leute rennen denen die Bude ein!“ EB
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