Kommentar

Klinsmann spielt mit dem Feuer

Große Ziele sind wichtig und richtig für Hertha, aber die Fallhöhe ist dann hoch.

Sebastian Schmitt
Lesezeit 1 Min
Gegen die Strömung, gegen den Wind: Hertha-Trainer Jürgen Klinsmann.

Gegen die Strömung, gegen den Wind: Hertha-Trainer Jürgen Klinsmann.

© City-Press GmbH

Jürgen Klinsmann (55) will es mit Hertha BSC allen zeigen. Seinen Kritikern, die ihn nach seinem Aus beim FC Bayern belächelten und als Buddha-Aufsteller verspotteten.

Mit Investor Lars Windhorst im Rücken sucht er nach seiner Rückkehr auf Deutschlands Fußball-Parkett Anerkennung, teilt verbal mächtig aus, spricht von Dingen wie „spannendstes Fußball-Projekt Europas“, „Megaklub“ und „in drei Jahren in die Champions League“. 

Klar, sich Ziele zu setzen, ist genauso richtig wie wichtig. Und: Hertha hat einen Reformer wie Klinsmann, der Veränderungen antreibt, schon lange nötig. Im sportlichen wie kommunikativen Bereich.

Doch mit einer derart großen Rhetorik-Keule, wie sie Klinsi und sein neuer Performance-Manager Arne „Wir wollen Größenwahn“ Friedrich im Trainingslager in den USA schwangen, erweisen sie Hertha womöglich einen Bärendienst. „Wenn das schiefgeht, sind wir dort, wo wir nach Hoeneß waren“, sagte ein nach Florida mitgereister Hertha-Fan. Denn die blau-weiße Fallhöhe ist durch Klinsis Spiel mit dem Feuer verdammt hoch. 

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