Familientreffen nun im Gerichtssaal. Der Vater vorgeführt aus der U-Haft. Gelernter Automobilkaufmann. Doch er soll auf Geschäfte als „Graf Koks“ gesetzt haben. Mit Sohn Mike F. (21) habe er Kokain und Amphetamin per Drogen-Taxi ausgeliefert – täglich. Insgesamt 181 Taten sind angeklagt.
Eine „Familien-Bande“: Nach zwei Monaten bedienten sie sich laut Anklage der Mithilfe von Natalia S. (41), Mutter von Mike F. und Ex-Frau von Vater F. – „um den Handel ausbauen zu können“. Zwar waren der Kaufmann und die zierliche Hotelfachfrau geschiedene Leute – sie in einer neuen Ehe, er mit einer anderen Partnerin zusammen. Beim Dealen aber soll es wie bei einer „Familienbande“ geklappt haben: Mit Otto G. (19) soll der Sohn der Lebensgefährtin von René F. zur Verstärkung des „Teams“ gekommen sein. Wie der Vater, so der Sohn. Auch beruflich. Mike F. befand sich bereits in einer Ausbildung zum Automobilkaufmann, als sie im September 2018 einen Kokain-Lieferservice aufgebaut haben sollen. Anklage: „René F. fungierte dabei als Kopf der Gruppierung.“
Der Vater soll sich um Drogen-Nachschub gekümmert, das Gift gelagert, das schmutzige Geld verwaltet haben. Die Abnehmer bestellten laut Ermittlungen telefonisch. Das illegale Zeug wurde dann per Auto ausgeliefert. Bis zum 4. März seien es 1034 Konsumeinheiten gewesen. Für jede kassierten die Dealer 50 Euro. Macht mehr als 50.000 Euro.
Doch die Ermittler waren ihnen monatelang auf der Spur. Hörten Telefone ab, observierten die Verdächtigen zuletzt quer durch ganz Berlin und führten Vater, Mutter, Sohn dann in Handschellen ab.
Tränenreich nun das Wiedersehen mit Papa. Mike F. kam 17 Tage nach der Verhaftung im März frei, seine Mutter saß etwa vier Monate. Sie hofft auf Bewährung. Denn ihr wird wie dem Stiefsohn von F. Beihilfe zum bandenmäßigen Drogenhandel vorgeworfen. Ein Verteidiger: „Es ist mit Geständnissen zu rechnen.“ Fortsetzung: Donnerstag.
(KE.)
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