Kokain-Razzia

Hier zeigt die Polizei ihr feines Näschen

Einsatz gegen Araber-Clans: Fünf Männer verhaftet, Drogen und Porsche beschlagnahmt.

Andreas Kopietz
Lesezeit 3 Min
Mit Drogenspürhunden ging die Polizei gegen eine mutmaßliche Bande von Rauschgifthändlern vor.

Mit Drogenspürhunden ging die Polizei gegen eine mutmaßliche Bande von Rauschgifthändlern vor.

© dpa

Die Razzia fand in Tiergarten und Kreuzberg statt. Fünf Männer wurden festgenommen. Nach KURIER-Informationen wurden vier Wohnungen und ein Geschäft durchsucht: an der Pohl-, der Körner-, der Graefe- und der Eisenacherstraße und am Mehringplatz. 

Scharfe Munition in der Wohnung und zwei Kilo Cannabis im Porsche

Einer der Festgenommenen ist 18, zwei sind 19, einer 27 Jahre alt. Drei gehören zur berüchtigten Großfamilie R., einer zur kurdisch-libanesischen Familie El-Z. Dieses Mal ist es der Handel großer Mengen Drogen – angeblich Kokain und Cannabis – der den Beschuldigten vorgeworfen wird. 

Fünf Männer wurden am frühen Montag festgenommen – allerdings nur vorübergehend.

Fünf Männer wurden am frühen Montag festgenommen – allerdings nur vorübergehend.

© dpa

Ein 18-Jähriger wurde bei der Festnahme verletzt, weil er Widerstand geleistet haben soll. In seiner Wohnung in der Körnerstraße fanden die Polizisten scharfe Munition. Beschlagnahmt wurde neben Datenträgern auch ein Porsche Panamera. In ihm entdeckten die Fahnder nach Angaben der Staatsanwaltschaft zwei Kilo Cannabis.

Clans investieren in Immobilien

Seit einer Gesetzesnovelle vor einem Jahr können die Behörden leichter Vermögen einziehen, das mutmaßlich aus Straftaten stammt. In diesem Jahr kassierte Berlin auf diese Weise bis zum Stichtag 18. Juli bereits 22,5 Millionen Euro ein. So beschlagnahmten die Behörden im Juli 77 Immobilien der Familie R., darunter auch 6000 Quadratmeter große Kleingartenanlage in Treptow.

Die Ermittler beschlagnahmten bei der Razzia in Tiergarten und Kreuzberg Beweismittel wie Datenträger. 

Die Ermittler beschlagnahmten bei der Razzia in Tiergarten und Kreuzberg Beweismittel wie Datenträger. 

© dpa

Ermittler beobachten, dass Clans und andere Banden die aus kriminellen Geschäften erlangten Vermögen im Berliner Immobilienmarkt investieren. Die Familie R. steht besonders im Fokus. Mitglieder sollen auch hinter dem Diebstahl einer 100-Kilo-Goldmünze im Bode-Museum stecken.

Auch ein Sparkassenraub in Mariendorf soll auf das Konto der Familien gehen. Ein Oberhaupt sagte vor kurzem dem KURIER: „Ich weiß davon nichts. Ich toleriere keine Kriminellen.“

Polizei und Staatsanwaltschaft arbeiten Hand in Hand

Nach der Razzia erklärte Norbert Cioma von der Gewerkschaft der Polizei, es sei im „Kampf gegen die Hydra der organisierten Kriminalität“ wichtig, regelmäßig Zeichen zu setzen. Und der SPD-Innenexperte Tom Schreiber begrüßte gegenüber dieser Zeitung die „gezielten Nadelstiche“ gegen kriminelle Clans.

Es sei gut, dass Polizei und Staatsanwaltschaft nun Hand in Hand arbeiteten, sagt Schreiber. „Man hat den Eindruck, dass mehr passiert als in den Jahren zuvor. Das zeigt auch, dass es wichtig ist, das Personal in den Ermittlungsabteilungen zu verstärken.“ 

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