Können Sie sich vorstellen, 2011 Ihren Internetanschluss zu kündigen - und nur noch per Mobilfunk im Netz zu surfen, schneller als bisher? Oder ein aktuelles Highend-Spiel auf einem billigen Netbook zu daddeln? Oder Kleinbeträge locker im Vorbeigehen mit dem Handy zu bezahlen? Was auch immer davon wahr wird: Das Technik-Jahr 2011 wird spannend. DigiTrend stellt die wichtigsten Trends vor.

Die Technik-Trends 2011

BK
Lesezeit 5 Min

Neue 3D-TechnikenSo gut 3D-Heimkino auf aktuellen Fernsehern auch funktioniert (siehe Test auf den Seiten 4-5): Doppelkonturen, wenn sich die Bilder für das rechte und für das linke Auge überlagern, lassen sich kaum vermeiden. Das wollen diverse Hersteller durch neue Techniken der Kristallausrichtung in LCD-Schirmen ausbessern. Dass 3D-Brillen das Bild sehr abdunkeln, will Toshiba durch (zur Zeit noch sehr teure) Shutterbrillen in OCB-Technik in den Griff bekommen. Und LG arbeitet an 3D-Displays, die mit billigen Polfilter-Brillen arbeiten, aber volle HD-Auflösung bieten.------------------------------Mobilfunk statt DSLMobil surfen - schneller als mit dem DSL-Anschluss: Das verspricht LTE, das Mobilfunknetz der vierten Generation ("4G"). Die drei größten deutschen Netzbetreiber haben angefangen, die ersten Stationen aufzubauen (Foto). Vorrang haben ländliche Gebiete, in denen DSL-Anbindungen bisher Mangelware sind. Ein LTE-Handy hat Motorola mit dem Droid Bionic für den US-Markt angekündigt.------------------------------Speicherplatz & Rechenpower aus dem InternetViel Platz für Filme, Musik und Fotos will jeder Computernutzer, einen schnellen Rechner braucht man für Videoschnitt und grafisch aufwendige Spiele. Aber muss man sich dafür einen teuren und stromfressenden Hochleistungs-PC mit Riesenfestplatte hinstellen? Nicht wenn man diese Aufgaben an Server im Internet auslagert, auch "Cloud Computing" genannt. Auf diesem Prinzip beruht auch Googles für 2011 angekündigtes PC-Betriebssystem Chrome OS, das kaum noch Daten lokal, sondern vor allem auf externen Webspeichern ablegt. Und grafisch aufwendige Spiele will OnLive (Foto) demnächst auch in Deutschland streamen. Die Berechnungen laufen auf Servern, der PC empfängt nur die Bilder. Das soll sogar auf schwachen Netbooks funktionieren.------------------------------Mit dem Handy daddelnLeistungsstarke Handys werden immer mehr als mobile Spieleplattform genutzt. Zwar ist die Steuerung per Touchscreen nicht jedermanns Sache. Doch Taschenkonsolen wie Nintendos DS und Sonys Playstation Portable (PSP) graben Handyspiele das Wasser ab. Während Nintendo beim 3DS (ab März) mit einem 3D-Display kontert, will Sony offenbar eine Brücke zwischen Handy und Konsole schlagen: Das PSP-Phone, von dem bisher nur inoffizielle Videos durchs Web geistern (Foto), ist ein Android-Smartphone, hat aber PSP-Tasten samt Touchpad zum Aufschieben und könnte im Februar vorgestellt werden.------------------------------Windows 8 in 3D-OptikDas nächste Microsoft-Betriebssystem - es wird bisher inoffiziell unter dem Namen Windows 8 gehandelt - soll die Brücke zwischen Handy und PC schlagen. Anders als ihre Vorgänger läuft die Vorab-Version, die der Konzern neu vorgestellt hat, auch auf Geräten mit stromsparenden ARM-Chips, die zum Beispiel im iPhone und im Samsung Galaxy Tab verbaut werden. Optisch soll das neue Windows mit einer 3D-Benutzeroberfläche punkten. Die Veröffentlichung ist für 2012 geplant - eine Testversion dürfte aber noch dieses Jahr kommen.------------------------------Chips: Mehr Power, aber sparsamerDas Rennen zwischen den Chip-Herstellern AMD und Intel ist wieder offen. Beide Konkurrenten wollen PCs leistungsstärker und gleichzeitig sparsamer machen. Das Prinzip dabei: die Verschmelzung von Hauptprozessor (CPU) und Grafik auf einem Chip - das macht einige stromfressende Komponenten überflüssig. Intels neue Plattform heißt "Sandy Bridge" (Foto) und punktet vor allem bei Multimedia-Anwendungen, insbesondere Full-HD-Wiedergabe. Für grafisch anspruchsvolle Spiele ist aber immer noch eine gute Grafikkarte nötig. Außerdem unterstützen die Prozessoren die drahtlose Übertragungstechnik Wi-Di 2.0, die Inhalte vom PC problemlos auf den Wohnzimmer-Fernseher bringen soll. Mit seinen sogenannten Fusion-Chips will AMD den Sandy-Bridge-Chips Paroli bieten. Die Stromsparer sollen vor allem in Tablets und Netbooks verbaut werden - denn gerade bei den Mini-Notebooks ist AMD völlig ins Hintertreffen geraten.------------------------------Videos mit einem Wink steuernMan fühlt sich ein wenig wie Tom Cruise im Science-Fiction-Film "Minority Report", wenn man mit Kinect (Foto) auf der Xbox 360 ein Video startet. Das controllerlose Steuerungssystem für Microsofts Spielekonsole reagiert auf gesprochene Kommandos und Handbewegungen - Tschüss, Fernbedienung! Die Firma Prime Sense, die Kinect mitentwickelt hat, arbeitet nun zusammen mit Asus an einem ähnlichen System für den PC. Wavi Xtion heißt das Gerät, das der Xbox-Sensorleiste sehr ähnlich sieht. Das geplante Einsatzgebiet ist weniger die übliche PC-Arbeit, sondern die Verwendung im Wohnzimmer: Wavi Xtion soll den Home Theater PC, die Medienzentrale für Fernseher und Surround-Anlage, bequem bedienbar machen. Damit man den Rechner nicht direkt neben dem TV aufstellen muss, soll die Sensorleiste kabellos größere Entfernungen überbrücken.------------------------------Per Funk bezahlenMal schnell mit dem Handy das Bahnticket bezahlen: Im Rhein-Main-Gebiet ist das seit 2006 möglich - es mangelt allerdings bisher an Mobiltelefonen, die die zugrundeliegende Technik beherrschen: die drahtlose Datenübertragung über kurze Distanzen, im Fachsprech "Near Field Communication (NFC)". Von Nokia gibt es zwei ältere Modelle (6131 und 6212), die den Funkstandard unterstützen. In diesem Jahr soll die Technik aber den Durchbruch schaffen - unter anderem das nächste iPhone (voraussichtlich ab Sommer erhältlich) soll über NFC kommunizieren können. Auch Googles aktuelles Smartphone-Betriebssystem Android 2.3 (unter anderem im Google Nexus S, das im Februar nach Deutschland kommt) unterstützt NFC.------------------------------

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