Sie wird fehlen. Zoo-Chef Andreas Knierim (49) und die Verantwortlichen (Tierärzte, Kurator und Pfleger) aus der Kommission haben sich ihre Entscheidung nicht leicht gemacht. Es war das erste Mal, dass vor dem Einschläfern eines Tieres so ein Gremium zusammentrat. Vorgänger Bernhard Blaszkiewitz traf solche schweren Entscheidungen allein.
Kurz nach 8 Uhr gestern früh kam der Tierarzt mit der Todesspritze in ihre Höhle. Tosca hatte sie seit einigen Tagen schon nicht mehr verlassen. Erblindet, abgemagert, selbst ihr Geruchssinn war erloschen. Außer einem kurzen Piks, wie den Stich einer kleinen Mücke, hat Tosca nichts gespürt. Keine Schmerzen, keine Angst – ein friedvolles Hinwegdämmern.
Was anschließend mit dem Körper der toten Bärin geschieht, ist noch völlig unklar. „Wir haben noch nicht darüber nachgedacht“, sagt Christiane Reiss. Tosca hatte 17 gute Jahre im Berliner Zoo hinter sich. Davor war sie Attraktion im Staatszirkus der DDR.
Vergangenen November war schon Eisbärin Nancy im Alter von 24 Jahren gestorben. Im Zoo Berlin lebt nur noch eine Eisbärin, Katjuscha (30 Jahre alt). Eisbären sind Einzelgänger, so dass Katjuscha – auch ohne Tosca – ihren Lebensabend genießen kann. Erst nach ihrem Tod werden Zukunftspläne für eine Eisbärenhaltung im Zoo erstellt.
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