Karlshorst ist ein Trend-Kiez: Wohnanlagen entstehen, immer mehr Familien ziehen her – und bald hat die Gegend sogar einen eigenen Kiez-Wein. Der Kopf dahinter: Hobby-Winzer Robert Frischbier (38). Schon Anfang des Jahres berichtete der KURIER über seinen guten Tropfen „Karlshorster Dreckssommer“, dessen Erfolgsgeschichte 2017 begann. Frischbier pflanzte damals vor seinem Haus Weinstöcke.
Das Projekt erhält eine Fortsetzung
„Das durchwachsene Wetter im Sommer führte dazu, dass sie gut trugen“, sagte er dem KURIER. Sein Vater Roland (67) zauberte aus dem Keller seine Ausrüstung für die Weinherstellung hervor. Ergebnis: 19 Flaschen golden schimmernder Weißwein, den Frischbier wegen des Wetters „Karlshorster Dreckssommer“ taufte. Er zeigte die Flaschen auf Facebook – und jeder wollte sie haben. Wegen der großen Nachfrage wurde eine auf „Ebay“ versteigert, der Erlös, 150 Euro, ging an die Freiwillige Feuerwehr Karlshorst.
Nun erlebt das Projekt eine Fortsetzung. Frischbier tat sich mit einem Winzer aus Potsdam zusammen, der ihn fachlich unterstützt. „Weil so gute Rückmeldungen kamen, startete ich einen Aufruf und fragte, wer noch Wein im Garten hat“, sagt Frischbier. Es melden sich Hobby-Gärtner aus ganz Karlshorst, „denn viele nutzen solche Reben als Sichtschutz. Nun haben wir Trauben für etwa 200 Liter Wein und können, wenn es gut läuft, 300 Flaschen abfüllen.“ In den nächsten Jahren will er die Idee noch ausbauen – und den Karlshorster Gärtnern erklären, wie sie ihre Weinreben pflegen müssen, damit sie noch besser tragen.
Auch Jonas und Clara (beide 3) durften mitmachen und die weißen Trauben im Bottich traditionell zertrampeln.
© Markus Wächter
Am Wochenende wurden die weißen Trauben geerntet, der Wein angesetzt. Der Rotwein folgt im September. Frischbier will nun ein Kleingewerbe anmelden, produziert den Wein unter Berücksichtigung aller Vorgaben. „Wir werden auch Laborproben nehmen und uns penibel an alles halten“, sagt er. Unklar ist bisher aber noch, wie der Wein am Ende heißen wird.
Auch wenn es dieses Jahr keinen „Dreckssommer“ gibt, gab es doch andere Probleme. „Der Wein trägt aufgrund der Wärme gut, dafür gibt es Schwierigkeiten mit Wespen. Manche Gärtner sagten ab, weil sie aus dem Urlaub kamen und alle Früchte abgefressen waren“, sagt Frischbier. Der Name werde erst im April klar – dann, wenn der erste Schluck probiert wird. Bisher gibt es zwei Ideen: „Hitzewelle“ oder „Knochentrocken“.
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