Mit einem Basecap und einem Palästinensertuch hat er sich vermummt. Hält lange Monologe und erzählt Storys aus dem Knast. Sie sind belanglos, aber provozieren die Justiz. Die ersten Videos des Knast-Bloggers Thomas D., der damals in Tegel saß, erschienen im Juli 2018 auf Youtube. Doch an seiner Mütze und an den blauen Vorhängen seines Zellenfensters wurde er schnell ermittelt.
Die Justizwachtmeister verlegten ihn in eine andere Teilanstalt. Doch auch von dort meldete sich der Häftling und bedrohte in einem Video einen Mitgefangenen. Mehrere Wochen musste er dann in der Abschirmstation verbringen.
Dann kam er raus und postete Ende Dezember erneut mehrere Videos. Das Handy, mit dem er sich aufnahm, war eingeschmuggelt.
Häftling spielt Katz und Maus mit der Justiz
Im März wurde er in die JVA Heidering verlegt, in der Hoffnung, sein Netzwerk zu zerschlagen. Doch auch das nützte nichts. Bei der Durchsuchung seiner Zelle fanden die Wärter wieder ein Handy. Seine Beiträge sind offenbar vorproduziert. Freunde draußen veröffentlichen sie dann. Es reicht, wenn ihm ein Mitgefangener ein Handy borgt. In einer Nacht produziert er dann mehrere Filme und lässt sie dann nach und nach veröffentlichen.
Am Dienstag und in der Nacht zu gestern meldete sich der Knacki wieder. Mit belanglosem Geplapper zieht er den Film auf 14 Minuten Länge und sagt aber: „Niemals werde ich aufhören.“
Es ist ein Katz’-und-Maus-Spiel. „Handys sind zwar verboten, aber nicht strafbar“, sagt Justizsprecher Sebastian Brux.
Die Berliner Justizvollzugsanstalt Heidering bei Großbeeren wurde im Jahr 2013 eröffnet. Ein Häftling verdient sich eine goldene Nase.
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„Dennoch muss mit Strafmaßnahmen rechnen, wer sich nicht an die Regeln hält.“ Dazu gehöre das Streichen von Vergünstigungen wie etwa Sport oder das Wegnehmen des Fernsehers.
Thomas D. ist kein Spaßvogel. Er sitzt, weil er im Dezember 2012 in einer Deutschen Bank in Zehlendorf über zehn Stunden lang eine Geisel festgehalten und gedroht hat, sich und den Gefangenen in die Luft zu sprengen. Mehr als 100 000 Follower hat er bereits. Mehrere Millionen Mal wurden seine Videos aufgerufen, die mit Werbespots versehen wurden. Das Geld für die Werbung streichen er und Youtube ein. Wie viel Geld Thomas D. machte, ist unklar.
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